NRW

Landgericht: Erstes Urteil im Missbrauchsfall Münster

Kriminalität

Freitag, 27. November 2020 - 01:51 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Münster. Rund um dem Missbrauchskomplex Münster gibt es am heutigen Freitag ein erstes Urteil. Ein geständiger Mann aus Schleswig-Holstein erfährt sein Strafmaß. Zum Schutz der Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Im Missbrauchsfall Münster will das Landgericht Münster heute ein erstes Urteil sprechen. Wegen des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes muss sich ein 53-jähriger Mann aus Norderstedt in Schleswig-Holstein verantworten. Er hatte die Taten gegenüber den Ermittlern gestanden und Hinweise zu weiteren Beschuldigten gegeben.

Die Staatsanwaltschaft hatte bei den Plädoyers am Montag dreieinhalb Jahre Haft für den Mann gefordert. Die Verteidigung sprach sich für eine angemessene Strafe aus, ohne ein konkretes Strafmaß zu nennen. Das Verfahren am Landgericht Münster findet zum Schutz der jungen Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Über die Aussagen des Angeklagten wurde aus diesem Grund nichts bekannt.

Der Mann aus Norderstedt soll im Sommer 2019 einen damals neun Jahre alten Jungen schwer sexuell missbraucht haben. Bei dem Opfer handelt es sich den Ermittlungen zufolge um den Ziehsohn des Hauptbeschuldigten in dem Gesamtkomplex. Dieser gesondert angeklagte 27 Jahre alte Mann aus Münster soll den Sohn seiner langjährigen Lebensgefährtin mehrfach anderen Männern für sexualisierte Gewaltverbrechen zur Verfügung gestellt und das Kind auch selbst immer wieder vergewaltigt haben.

Allein die Staatsanwaltschaft Münster hat bislang mehrere Anklagen gegen insgesamt neun Personen erhoben. In diesen Verfahren wurden acht minderjährige Opfer gezählt. Immer wieder stammten sie aus dem nahen Familienumfeld. Die Ermittlungen bundesweit laufen damit insgesamt gegen mindestens 20 weitere Beschuldigte.

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