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NRW

Landgericht berät über Einstellung des Loveparade-Prozesses

Prozesse

Sonntag, 26. April 2020 - 08:50 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Duisburg. Ein langes, aufwendiges und schwieriges Verfahren könnte bald vorüber gehen - ohne Urteile. Der Loveparade-Prozess steht vor der Einstellung. In den kommenden Tagen will sich das Gericht beraten. Nur Nebenklage-Vertreter sind noch gegen das Ende.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Im Loveparade-Strafprozess will das Landgericht Duisburg in den kommenden Tagen beraten, ob das Verfahren eingestellt wird. Noch bis Dienstagmittag haben Nebenkläger Gelegenheit, Stellungnahmen zu der vom Gericht vorgeschlagenen Einstellung abzugeben. Am Mittwoch (29.4.) werde das Gericht dann auf der Grundlage aller Stellungnahmen zusammen mit den Schöffen beraten, sagte ein Gerichtssprecher. Der nächste Hauptverhandlungstermin ist für den 4. Mai angesetzt. Das Verfahren ist seit mehreren Wochen wegen der Corona-Pandemie unterbrochen.

Bei der endgültigen Entscheidung des Gerichts würden alle Stellungnahmen berücksichtigt. Bis Freitag lagen bereits neun davon vor. „Das Gericht wird sich die Argumentation von allen Nebenklage-Vertretern nochmal vor Augen führen und überprüfen, ob sich dadurch an der Ankündigung, den Prozess einstellen zu wollen, etwas ändert.“ Für die Einstellung ist eine Zustimmung der Nebenkläger nicht erforderlich, mehrere hatten sich aber gegen eine Einstellung des Verfahrens ausgesprochen.

Das Gericht hatte die Einstellung vorgeschlagen und dies unter anderem mit der Corona-Gefahr begründet. Eine etwaige Schuld der Angeklagten sei als gering anzusehen. Die drei Angeklagten und die Staatsanwaltschaft haben dem Vorschlag bereits zugestimmt. Findet der nächste Hauptverhandlungstermin am 4. Mai statt, könnte dabei der Einstellungsbeschluss verkündet werden. Das Gericht hatte angekündigt, in diesem Fall den Inhalt des Beschlusses noch vortragen zu wollen.

Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 in Duisburg starben im Gedränge 21 Menschen, mehr als 650 wurden verletzt. Angeklagt sind noch drei Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung.

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