NRW

Landgestüt: Prozessauftakt gegen ehemalige Führungskräfte

Prozesse

Montag, 22. Januar 2018 - 01:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Warendorf. Das Landgestüt Warendorf gilt weltweit als Vorzeige-Betrieb bei der Pferdezucht. Ehemalige Führungskräfte sollen davon auch privat profitiert haben. Deshalb stehen sie jetzt vor Gericht.

Eine Pferde-Statue auf dem Gelände vom Landgestüt Warendorf. Foto: Ina Fassbender/Archiv

Ehemalige Führungskräfte des Landgestüts Warendorf müssen sich von heute an vor dem Amtsgericht verantworten. Sie sollen privat von ihrer Stellung in dem weltweit bekannten Zuchbetrieb profitiert haben. Die Staatsanwaltschaft Münster wirft der ehemaligen Leiterin des Landgestüts und dem früheren ersten Hauptberittmeister gemeinschaftliche Vorteilsannahme in vier Fällen vor, dem damaligen stellvertretenden Gestütsleiter Vorteilsannahme in drei Fällen und Untreue.

Das Trio soll 2013 und 2014 mit den Ehepartnern zu einem Turnier in Katar gereist sein. Die Kosten in Höhe von 49 000 Euro soll eine katarische Reitsporteinrichtung übernommen haben, zu der das Gestüt eine geschäftliche Beziehung unterhielt. Das zuständige NRW-Landwirtschaftsministerium wusste von den Reisen allerdings nichts. Zudem sollen die Angeklagten im August 2013 eine Gesellschaft gegründet haben, um an der Beziehung des Landgestüts mit der Reitsporteinrichtung in Katar privat zu verdienen.

Die Landesregierung hatte die jetzt Angeklagten im März 2017 fristlos entlassen und eine neue Leitung eingesetzt. Parallel zur strafrechtlichen Aufarbeitung laufen noch Verfahren vor dem Arbeitsgericht in Münster. So klagt die ehemalige Gestütsleiterin auf Weiterbeschäftigung. Warendorf gilt weltweit als Vorzeigegestüt für die Nachzucht von Pferden.


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