NRW

Lebensgefahr Kälte: Manche Obdachlose meiden Notstellen

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Montag, 8. Februar 2021 - 13:36 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Dortmund. Trotz lebensgefährlicher Kälte meiden manche Obdachlose bereitstehende Notschlafplätze in NRW und harren Wohlfahrtsverbänden zufolge im Freien aus. Zum Teil liege das an der Angst, sich in den Unterkünften mit dem Coronavirus anzustecken, sagte Andreas Sellner von der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Freie Wohlfahrtspflege auf dpa-Anfrage am Montag. Hier habe man aber die Belegungsdichte deutlich verringert, viele zusätzliche Stellen - Pensionen, Jugendherbergen, städtische Räume - geöffnet und strenge Hygienevorschriften würden eingehalten. Damit konnte Vorbehalten bei vielen Obdachlosen nach und nach entgegengewirkt werden, wie der Experte schilderte.

Die Habseligkeiten eines Obdachlosen liegen vor einem Eingang. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa/Symbolbild

Es gebe aber Geflüchtete und zahlreiche vor allem aus Osteuropa infolge wirtschaftlicher Not zugewanderte Menschen, die in NRW ohne Dach über dem Kopf lebten. Häufig seien sie in Sorge, dass sie Deutschland verlassen müssten, nachdem sie „offiziell untergebracht“ seien in Notunterkünften. Manche Obdachlose lehnten Sammelunterkünfte zudem grundsätzlich ab. Es sei in NRW von rund 10 000 Menschen auszugehen, die obdachlos seien.

Viele Städte appellierten an Obdachlose, sich angesichts der klirrenden Kälte in die Notunterkünfte zu begeben und an Passanten, hilflose Personen zu melden.

© dpa-infocom, dpa:210208-99-350465/2


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