Lehrermangel und Corona: NRW will mehr Pädagogen gewinnen

dpa/lnw Düsseldorf. Mit neuen Maßnahmen wie der vorzeitigen Einstellung von neuen Gymnasiallehrern, leichteren Vertretungsmöglichkeiten und Arbeitszeitkonten will die Landesregierung den Lehrermangel in Nordrhein-Westfalen bekämpfen. Auch der coronabedingte Ausfall von vorerkrankten Lehrkräften solle damit im kommenden Schuljahr aufgefangen werden, kündigte Schul-Staatssekretär Mathias Richter am Freitag in Düsseldorf an.

Lehrermangel und Corona: NRW will mehr Pädagogen gewinnen

Mit neuen Maßnahmen will die Landesregierung den Lehrermangel in Nordrhein-Westfalen bekämpfen. Foto: Caroline Seidel/dpa/Archivbild

Schon zum Schuljahresbeginn sollen rund 800 Gymnasiallehrer mit frischem Abschluss eingestellt werden, die aufgrund des Wechsels zum neunjährigen Gymnasium eigentlich erst in einigen Jahren die Chance auf eine Stelle hätten. Diese Pädagogen sollen aber für einen Teil ihres Dienstes an Haupt-, Real- und Grundschulen abgeordnet werden, wo der Lehrermangel am größten ist. In den kommenden Jahren sollen auf diesem Weg laut Richter bis zu 3000 Lehrkräfte gewonnen werden.

Außerdem sollen die Möglichkeiten der befristeten Einstellung von Lehrern erleichtert werden. An den Grundschulen sollen im neuen Schuljahr 400 sozialpädagogische Fachkräfte zusätzlich eingestellt werden, die die Lehrkräfte unterstützen. Zudem können Schulen Lehrkräften Arbeitszeitkonten ermöglichen. Referendare können freiwillig statt bisher drei künftig sechs zusätzliche Wochenstunden Unterricht erteilen.

Mit bisherigen Maßnahmen wie Gehaltsboni an Brennpunktschulen, der Rekrutierung von Seiteneinsteigern und Pensionären wurden laut Schulministerium in NRW seit 2017 mehr als 3260 Stellen besetzt.