NRW

Leiche des JVA-Geiselnehmers mit vier Schussverletzungen

Kriminalität

Freitag, 23. Oktober 2020 - 11:12 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Die Leiche des Geiselnehmers im Gefängnis von Münster hat vier Schussverletzungen aufgewiesen. Das wurde am Freitag von der Obduktion des offenbar geistig verwirrten Mannes bekannt. Eine der Verletzungen sei tödlich gewesen, geht aus einem Bericht von NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) an den Landtag hervor. Biesenbach will an diesem Freitag den Rechtsausschuss des Parlaments in einer von der SPD beantragten Sondersitzung über die Geiselnahme informieren.

Obduktionsinstrumente und Zubehör liegen auf einem Tisch. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Ein 40 Jahre alter Häftling hatte vergangene Woche eine JVA-Mitarbeiterin als Geisel genommen und mit einer selbst gebastelten Stichwaffe bedroht. Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei erschoss den Mann. Er wäre im November freigekommen.

Aus dem Bericht geht auch hervor, dass der Mann Auffälligkeiten aufwies, die für eine psychische Erkrankung sprechen. Weil er sich gegenüber JVA-Mitarbeitern und Mitgefangenen aggressiv verhalten hatte, waren eine Reihe verschiedener Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden. So durfte er nur allein duschen und zum Freigang auf den Hof.

Der bauliche Zustand des Gefängnisses habe die Geiselnahme nicht begünstigt, heißt es in dem Bericht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Um einen Neubau der JVA gibt es schon seit vielen Jahren Streit.

Nach Angaben der JVA-Mitarbeiterin, die als Geisel genommen worden war, hatte der 40-Jährige zu ihr gesagt, er sei der Sohn der Jungfrau Maria und müsse nach Spanien, um mit einem Hammer das Coronavirus zu besiegen.

Die 29-jährige Geisel hatte mit leichten Verletzungen am Hals befreit werden können. Der 40-Jährige starb noch vor Ort. Er war unter anderem wegen fahrlässiger Trunkenheit im Straßenverkehr, versuchten Totschlags und vorsätzlicher Körperverletzung vorbestraft.

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