Leutheusser-Schnarrenberger: „Judenhass nicht dulden“

dpa/lnw Düsseldorf. Die nordrhein-westfälische Antisemitismusbeauftragte erwartet von dem Prozess zu dem rechtsterroristischen Anschlag in Halle eine „gerechte Strafe“ gegen den Angeklagten. „Judenhass darf in Deutschland nicht geduldet werden“, erklärte die ehemalige FDP-Bundesjustizministerin am Dienstag.

Leutheusser-Schnarrenberger: „Judenhass nicht dulden“

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger spricht. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Der Prozess müsse besonders auch die Motivation für den „fürchterlichen Anschlag“ auf die Synagoge sichtbar machen. Auch die Rolle des Umfelds des Täters und die von ihm genutzten Informationsquellen müssten beleuchtet werden. Die Nebenkläger hätten ein Recht darauf, das zu erfahren und „für uns alle können sich Anhaltspunkte für die Präventionsarbeit ergeben“.

Neun Monate nach dem Attentat hatte am Dienstag in Magdeburg der Prozess gegen den 28 Jahre alten Angeklagten begonnen. Ihm werden zwei Morde und mehrere Mordversuche unter anderem an 52 Gläubigen in der Synagoge in Halle vorgeworfen.

Der Attentäter hatte am 9. Oktober 2019, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, schwer bewaffnet versucht, die Synagoge zu stürmen. Als er sich auch mit Waffengewalt keinen Zutritt verschaffen konnte, tötete er eine Passantin vor der Synagoge und einen Mann in einem Dönerimbiss. Außerdem verletzte er auf seiner Flucht mehrere Menschen, bevor ihn Polizisten festnahmen.