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Lew-Kopelew-Preise gehen nach Belarus und Russland

Auszeichnungen

Freitag, 16. April 2021 - 17:15 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Köln. Der Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte 2021 geht an die Belarussinnen Swetlana Tichanowskaja, Maria Kolesnikowa und Veronika Zepkalo. Den Lew-Kopelew-Preis 2020, der wegen der Corona-Pandemie erst jetzt verliehen wird, bekommen die russische Medienorganisation OVD-Info und der russische Historiker Jurij Dmitriev.

Das Lew-Kopelew-Forum hob am Freitag in Köln den Mut hervor, mit dem sich Swetlana Tichanowskaja, Maria Kolesnikowa und Veronika Zepkalo für die Demokratie und gegen die offensichtlich manipulierten Präsidentschaftswahlen in Belarus einsetzten. Sie seien zu Gesichtern der friedlich protestierenden Bevölkerung geworden. Tichanowskaja und Zepkalo hätten vor staatlicher Verfolgung ins Exil ausweichen müssen. Kolesnikowa werde in einem belarussischen Gefängnis festgehalten.

Die russische Initiative OVD-Info setze sich seit zehn Jahren für die Aufklärung von willkürlichen Verhaftungen ein und unterstützte die Betroffenen und ihre Familien mit Auskünften und rechtlichem Beistand, teilte das Lew-Kopelew-Forum mit. So sei OVD-Info mittlerweile zu einem russlandweiten nichtstaatlichen demokratischen Netzwerk geworden.

Der Historiker und Forscher Jurij Dmitriev wiederum habe Erschießungsstätten aus den späten 30er Jahren, der Zeit von Stalins „großem Terror“, ausfindig gemacht. Seine Forschungen seien einflussreichen Kreisen des russischen Staatsapparates unbequem in einer Zeit, in der Stalin zunehmend verharmlost werde.

Alle Preisträger stünden in der Tradition des 1997 in Köln gestorbenen Humanisten und Schriftstellers Lew Kopelew, der 1981 als unerwünschte Persönlichkeit von den damals sowjetischen Behörden zwangsausgebürgert worden war. Der Lew-Kopelew-Preis ist undotiert.

© dpa-infocom, dpa:210416-99-233941/2

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