NRW

Lippe: Vorwurf gegen Jugendamtsleiter 2019 nachgegangen

Landtag

Dienstag, 12. Mai 2020 - 20:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Detmold. Den Vorwürfen im Untersuchungsausschuss „Missbrauch“ des NRW-Landtags gegen einen Jugendamtsleiter ist der Kreis Lippe nach eigenen Angaben bereits 2019 nachgegangen. Den Vorwurf der Jobcenter-Mitarbeiterin aus Blomberg bestreite der Mitarbeiter weiterhin entschieden. Er bleibe bei seiner Einlassung von 2019, erklärte der Kreis Lippe am Dienstag. Die Frau hatte als Zeugin im U-Ausschuss am Vortag ausgesagt, der Regionalbüroleiter habe sie im Jahr 2016 in ihrem Büro bedroht und gefordert, dass sie ihre nachdrücklichen Hinweise auf einen möglichen sexuellen Missbrauch eines Kindes auf dem Campingplatz in Lüdge stoppen solle.

Nach Angaben des Kreises hat die Jobcenter-Mitarbeiterin den Vorwurf in der persönlichen Handakte erst 2019 dokumentiert. Die Verwaltung habe sofort eine Anhörung des Mitarbeiters und der Mitarbeiterin veranlasst. „Im Ergebnis steht Aussage gegen Aussage, weitere Zeugen konnten von beiden Seiten nicht benannt werden“, erklärte der Kreis Lippe am Dienstag weiter. Angesichts der widersprechenden Aussagen seien keine weitergehenden arbeitsrechtlichen Schritte eingeleitet worden und der Leiter des Regionalbüros sei weiter im Dienst.

Die Mitarbeiterin eines Jobcenters in Blomberg hatte am Montag als Zeugin im U-Ausschuss geschildert, wie sie sich 2016 wiederholt an die Jugendämter des Kreises Lippe und Hameln, den Kinderschutzbund und zwei Polizeibeamte mit ihrem Verdacht gewandt hatte. Eine Behörde hatte nach ihrer Schilderung damals die Verantwortung auf die andere geschoben und der Leiter eines Jugendamtes habe sie damals sogar in ihrem Büro aufgesucht, damit sie mit ihren Anrufen aufhöre.

Wie sich später herausstellte, ging der schwere sexuelle Missbrauch von Kindern bis Ende 2018 auf dem Campingplatz weiter. Verurteilt wurde der Haupttäter Andreas V., der bei der Zeugin im Beisein seines Pflegekindes Arbeitslosengeld beantragt hatte, im Herbst 2020. Der Untersuchungsausschuss im NRW Landtag untersucht, inwieweit der massenhafte und jahrelange Kindesmissbrauch durch Versäumnisse und Fehleinschätzungen von Regierungsstellen begünstigt wurde.

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