NRW

Lokführer im Gullydeckel-Prozess zu Haftstrafe verurteilt

Prozesse

Freitag, 2. Oktober 2020 - 16:41 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Bad Berleburg. Im Prozess um einen vermeintlichen Gullydeckel-Anschlag auf einen Zug ist der Lokführer am Freitag zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht in Bad Berleburg sah es als erwiesen an, dass der heute 50-Jährige die Falle mit zwei Kanaldeckeln selbst konstruiert und aufgehängt hatte. Der Zugführer erhielt ein Jahr und neun Monate ohne Bewährung, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Das Foto zeigt die zerstörte Frontscheibe eines Zuges der Hessischen Landesbahn. Foto: Hessische Landesbahn/dpa/Archiv

Im April 2019 waren nahe Siegen zwei schwere Gullydeckel in die Frontscheibe einer Regionalbahn gekracht. Der Lokführer in dem frühmorgens noch unbesetzten Zug der Hessischen Landesbahn blieb bei dem Vorfall unverletzt. Laut Staatsanwaltschaft hatte der Zugführer das Ganze „aus nicht bekannter Motivlage“ inszeniert. Der Mann hatte den Tatvorwurf zurückgewiesen.

Das Gericht verurteilte den Mann wegen Vortäuschens einer Straftat und wegen vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Das Strafmaß entsprach der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte Freispruch verlangt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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