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NRW

„Männlichkeitsinszenierung“: LKA analysiert Hochzeits-Korsos

Kriminalität

Mittwoch, 21. August 2019 - 16:41 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Seit dem 1. April 2019 ist die Polizei in NRW nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) 266 Mal zu Einsätzen mit dem Anlass „Hochzeit“ ausgerückt. Thomas Jungbluth, Abteilungsleiter im LKA, hat das Phänomen in einem Bericht für den Landtag jetzt analysiert. Sein Verdacht: Eskalierende Hochzeits-Korsos haben im Zweifel gar nichts mit dem Fest zu tun - sondern könnten zum Beispiel „eine übersteigerte Männlichkeitsinszenierung“ sein.

Thomas Jungbluth, Abteilungsleiter „Organisierte Kriminalität“ im Landeskriminalamt, spricht zu Journalisten. Foto: Federico Gambarini/Archiv

In der zehnseitigen Stellungnahme für den Innenausschuss nennt Jungbluth aktuelle Zahlen: Demnach seien bei den 266 Einsätzen zwischen 1. April und 19. August Duisburg mit 36 Fällen, Köln mit 33 Fällen und Essen mit 22 Fällen „besonders von dem Phänomen betroffen“. Seit dem 20. Juli - also dem Start der Sommerferien - habe es nur noch sieben Einsätze gegeben. „Bevorzugter Wochentag“ sei insgesamt der Samstag mit 54,9 Prozent.

Für den Leitenden Kriminaldirektor „lässt sich nicht eindeutig belegen, ob die Gründe zu überzogenen Freudenausbrüchen nur in dem eigentlichen Anlass der Hochzeit liegen oder andere Motive handlungsbestimmend sind“. So könnte es sich auch um eine „übersteigerte Männlichkeitsinszenierung“, das „Bekunden von Patriotismus“, oder auch „das Demonstrieren von Macht und Einfluss im öffentlichen Raum“ handeln. Verstärkt werden könnte dies noch durch die Sozialen Medien. Die Polizei reagiere mit null Toleranz.

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