NRW

Mann soll „Manifest“ von Halle-Attentäter verbreitet haben

Prozesse

Freitag, 28. Mai 2021 - 02:43 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Mönchengladbach. Der zur Höchststrafe verurteilte Attentäter, der in der Synagoge von Halle ein Blutbad anrichten wollte und zwei Menschen ermordete, hatte vor seiner Tat einen Gewaltaufruf veröffentlicht. Diesen soll ein Mann aus Rheydt im Netz weiterverbreitet haben.

Eine Statue der Justitia mit einer Waage und einem Schwert in ihren Händen. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Ein 30-Jähriger aus Rheydt, der das menschenverachtende „Manifest“ des Halle-Attentäters im Internet verbreitet haben soll, muss sich erneut vor Gericht verantworten. Vor dem Landgericht Mönchengladbach beginnt heute ein Berufungsprozess. Das Amtsgericht hatte den Mann im November wegen Volksverhetzung zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Der rechtsextreme Attentäter Stephan B. hatte am 9. Oktober 2019, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, schwer bewaffnet versucht, in der Synagoge von Halle ein Massaker anzurichten. Er gelangte aber nicht in das Gebäude. Daraufhin erschoss er eine Passantin und einen Mann in einem Imbiss. Vor dem Anschlag hatte er im Internet einen Aufruf zur Gewalt gegen Juden veröffentlicht. Im Dezember verurteilte das Oberlandesgericht Naumburg B. zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung.

Der 30-jährige aus Rheydt hatte vor dem Amtsgericht zwar zugegeben, einen Link zu dem „Manifest“ kommentarlos weitergeleitet zu haben - dessen Inhalt habe er aber nicht gekannt. Im Urteil des Amtsgerichts hieß es, der Angeklagte habe sich das „Manifest“ durch das Verlinken auf einer rechtsextremen Internetplattform zu eigen gemacht und so den Gewaltaufruf verbreitet. Ein Urteil wird noch heute erwartet.

© dpa-infocom, dpa:210527-99-766348/2

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