NRW

Tod nach Taser-Einsatz: Reul sagt Aufarbeitung zu

Mittwoch, 19. Oktober 2022 - 09:47 Uhr

von dpa

© Dieter Menne/dpa

In diesem Jahr habe es gut 250 Taser-Einsätze im Wachdienst bei der Polizei NRW gegeben, sagte Reul. In etwa 50 Fällen sei es zu einer Schussabgabe gekommen. Meistens habe schon die Androhung des Tasers gereicht. Aber auch solche Fälle würden als Einsatz registriert. Einen Todesfall habe es bislang noch nicht gegeben. Ob der Taser-Einsatz in diesem Fall zum Tod des Mannes beigetragen habe, werde abschließend noch geklärt.

Der 44-Jährige war in der Nacht zum Mittwoch nach dem Einsatz eines Tasers in Dortmund gestorben. Laut Obduktion war der Mann schwer herzkrank und stand zudem unter erheblichem Alkoholeinfluss. Eine Kausalität zwischen dem Einsatz des Distanzelektroimpulsgerätes und dem Todeseintritt konnte nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft nicht sicher festgestellt werden. Wie hoch der Promillewert des Mannes war und ob darüber hinaus andere Drogen konsumiert wurden, werde aktuell untersucht, sagte Reul.

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Gegen die an dem Einsatz beteiligten drei Polizeibeamten und eine Beamtin liegt laut Staatsanwaltschaft kein Anfangsverdacht vor. Auch Reul betonte, die Beamten seien nicht Beschuldigte eines Strafverfahrens. Aus Neutralitätsgründen übernahmen die Polizei aus dem benachbarten Recklinghausen die Ermittlungen in dem Dortmunder Fall.

Für die Polizei Dortmund ist es der zweite tödlich verlaufene Einsatz binnen 73 Tagen. Am 8. August war ein 16 Jahre alter Flüchtling aus dem Senegal in Dortmund von einem Polizisten erschossen worden. Auch im Verlauf dieses Einsatzes waren Taser zum Einsatz gekommen, hatten aber nicht die beabsichtigte Wirkung erzielt. Auch in diesem Fall ermittelt die Polizei Recklinghausen.


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