NRW

Mehrfach versuchter Mord: Geisterfahrer vor Gericht

Prozesse

Mittwoch, 11. Dezember 2019 - 12:58 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Krefeld. Weil er absichtlich als Geisterfahrer über die Autobahn gerast sein soll, steht ein 26-Jähriger wegen mehrfachen versuchten Mordes in Krefeld vor Gericht. Er soll im vergangenen Juni versucht haben, Kollisionen mit entgegenkommenden Autos zu provozieren, um sich umzubringen, erklärte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch beim Prozessauftakt. Damit habe er den Tod unschuldiger Menschen in Kauf genommen.

Blick auf das Land- und Amtsgericht. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Die Tat sei heimtückisch gewesen und die Tatwaffe Auto ein „gemeingefährliches Mittel“, so die Staatsanwältin. Der Beschuldigte selbst äußerte sich nicht zum Tatvorwurf.

Seine Schwester sagte dagegen als Zeugin aus, ihr Bruder sei seit seinem fünften Lebensjahr psychisch auffällig, leide an Wahnvorstellungen und habe Psychiatrie-Aufenthalte hinter sich. Bevor er an jenem Tag losgefahren sei, habe er zu ihrer Mutter gesagt: „Ich fahr' jetzt und bringe mich um.“

Die Staatsanwaltschaft geht aber davon aus, dass der 26-Jährige zur Tatzeit unter Schizophrenie litt und schuldunfähig war. Das Landgericht verhandelt deshalb in einem sogenannten Sicherungsverfahren über die unbefristete Einweisung des 26-Jährigen in eine geschlossene Psychiatrie. Das Gericht hat vier Verhandlungstage eingeplant.


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