NRW

Menschen zieht es ins Grüne - auch dort gibt es Kontrollen

Gesundheit

Freitag, 3. April 2020 - 14:49 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. In Zeiten begrenzter Kontakte wegen des Coronavirus ist ein Ausflug ins Freie verlockend. Doch der Innenminister sagt, man solle nicht dahin gehen, wo alle sind. Kontrollen sind angekündigt. Wer auf die grüne Wiese geht, sollte den verlangten Abstand zu anderen einhalten.

Frühlingshaft mit grünen Wiesen und knospenden Bäumen zeigt sich Landschaft im Bergischen Land. Foto: Henning Kaiser/dpa/Symbolbild

An bevorstehenden, frühlingshaften Wochenende wird mit einem Ansturm auf Parks und Wälder gerechnet - trotz der Kontaktbeschränkungen durch das Coronavirus. Polizei und Ordnungsämter richten sich darauf ein, es soll am Sonntag bis zu 21 Grad warm werden. Kontrolliert werde überall und auch da, wo sich bei schönem Wetter regelmäßig viele Menschen aufhalten, erklärte die Stadt Köln.

In Münster wird bei dem sonnigen Wetter der innenstadtnahe Aasee wohl ein Schwerpunkt der Ausflügler - und der Ordnungsbehörde. Mehrere Städte berichteten von guten Erfahrungen mit der Einhaltung der Abstandsregeln am vergangenen Wochenende. „Die Wanderer haben sich bisher sehr diszipliniert verhalten“, sagte der Bürgermeister von Königswinter im Siebengebirge, Peter Wirtz (CDU).

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) appellierte an die Bevölkerung, besonders beliebte Ausflugsziele zu meiden. „Es sollten nicht alle dahin fahren, wo alle hinfahren“, sagte er am Freitagmorgen dem WDR - zum Beispiel in Köln und Düsseldorf an den Rhein. Sonst gebe es neue Probleme mit fehlendem Abstand und zu engem Kontakt. Bisher seien die Auflagen wegen des Coronavirus in Nordrhein-Westfalen gut eingehalten worden. Bis zum 1. April seien landesweit 7300 Menschen festgestellt worden, die Verstöße begingen - bei 18 Millionen NRW-Einwohnern.

In Köln wird der Ordnungsdienst die Einhaltung der Corona-Schutzverordnung des Landes auch da überwachen, wo sich bei schönem Wetter regelmäßig viele Menschen aufhalten. Die Erfahrungen waren in Köln und Duisburg zuletzt gut: Der weit überwiegende Teil der Menschen habe sich an Abstandsregeln und Auflagen gehalten, erklärten die Kommunen. Das Ordnungsamt der Stadt Dortmund wird auch unterwegs sein, wollte aber keine Details zum Einsatz nennen. Die Stadt Gelsenkirchen kündigt scharfe Kontrollen für das Wochenende an.

Ein beliebtes Ausflugsziel ist das Siebengebirge bei Bonn. Bei gutem Wetter sind am Wochenende die Parkplätze voll - und daran ändert auch die Coronavirus-Pandemie nichts. Um die Einhaltung der Vorschriften zu überwachen, schickt die Stadt zwei Teams des Ordnungsamtes los. An den Waldgaststätten mit Außerhausverkauf werde geprüft, ob die Kunden den geforderten Abstand von 50 Metern zur Gaststätte einhalten, sagte Bürgermeister Wirtz.

Zweiter Schwerpunkt seien die Radfahrer, die sich die Promenade am Rhein mit Fußgängern teilen und dort eigentlich nur Schritttempo fahren dürfen. „Aber da hält sich keiner dran, das ist ein echtes Problem“, sagte Wirtz. Das Ordnungsamt könne nicht viel ausrichten, denn für den fließenden Verkehr sei die Polizei zuständig.

Innenminister Reul meinte, die Auflagen seien hart, aber die Alternative seien ein Ausgangsverbot oder Infektion und womöglich Krankheit und Tod gewesen. „Es geht hier nicht um ein Luxusproblem.“ In NRW dürfen maximal zwei Menschen zusammen in die Öffentlichkeit, Ausnahmen gelten für Familien.

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