NRW

Messerangriff in Rathaus-Tiefgarage: sieben Jahre Haft

Prozesse

Freitag, 25. Juni 2021 - 16:24 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Krefeld. Geschubst, gestochen, getreten und gewürgt: Für das Martyrium einer 27-Jährigen in der Tiefgarage des Krefelder Rathauses hat das Krefelder Landgericht sieben Jahre Haft verhängt. Der Ehemann der Frau wurde am Freitag wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen.

Der Angeklagte sitzt auf der Anklagebank des Krefelder Landgerichts. Foto: Martin Höke/dpa/Archivbild

Nach Überzeugung der Kammer hatte der 37-Jährige die bereits von ihm getrennt lebende Ehefrau in der Tiefgarage abgepasst, um sie dazu zu bewegen, zu ihm zurückzukehren. Als dies misslang, habe der Angeklagte die Mutter seiner zwei Kinder zunächst eine Treppe heruntergestoßen und mit einem Messer auf sie eingestochen.

Laut Anklage hatte der Mann auch auf seine Ehefrau eingetreten, sie gewürgt und dabei gefragt: „Warum stirbst Du nicht?“ Als ein Passant zur Hilfe eilte, ließ er von seinem Opfer ab. Der Staatsanwalt hatte acht Jahre Haft für den Türken gefordert.

Der 37-Jährige hat bis zuletzt jede Tötungsabsicht bestritten und behauptet, im Fallen und nur aus Versehen reflexartig zugestochen zu haben. Seine Ehefrau habe damals Pfefferspray eingesetzt. Er habe nichts mehr sehen können. Der Verteidiger hatte höchstens vier Jahre Haft wegen gefährlicher Körperverletzung gefordert.

In den Monaten vor der Tat hatte der verlassene Ehemann seiner Frau massiv nachgestellt und sie wiederholt in verschiedenen Frauenhäusern aufgespürt, so ein Gerichtssprecher. Die 27-Jährige, die damals schwer verletzt überlebt hatte, hat die Scheidung eingereicht und im Prozess gegen ihren Mann in dessen Abwesenheit ausgesagt. Die beiden Kinder des Paares waren zur Tatzeit in der Schule und waren anschließend vom Jugendamt in Obhut genommen worden.

© dpa-infocom, dpa:210625-99-144811/2

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