NRW

Missbrauch Münster: 5 Jahre Haft für Hannoveraner gefordert

Kriminalität

Freitag, 5. Februar 2021 - 14:33 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Münster. In einem von mehreren Prozessen im Missbrauchskomplex Münster hat die Staatsanwaltschaft am Freitag in ihrem Plädoyer vier Jahre und 8 Monate Haft für einen 50-jährigen Mann gefordert. Sie wirft dem Hannoveraner vor, ein Kind im Herbst 2019 in einer Wohnung in seiner Heimatstadt schwer sexuell missbraucht zu haben. Die Verteidigung sprach sich mit zwei Jahren und 8 Monaten für ein geringeres Strafmaß aus. Die Nebenkläger nannten in ihrem Schlusswort keine Strafhöhe (Az.: 21 KLs 9/20).

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: picture alliance / David Ebener/dpa/Symbolbild

Der Prozess fand zum Schutz des Opfers weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Ursprünglich wollte das Landgericht Münster den Prozess am Montag beenden. Ein Urteil ist jetzt für Mittwoch (11.00 Uhr) geplant.

Münster ist einer von drei großen Missbrauchsfällen der vergangenen Jahre in Nordrhein-Westfalen, der im Juni 2020 nach Ermittlungen in einer Gartenlaube ans Licht kam. Im Zuge dessen hatte es in mehreren Bundesländern und im Ausland Festnahmen gegeben. Im Komplex „Rose“ laufen bundesweit Verfahren gegen mindestens 20 Beschuldigte. Ein Mann aus Schleswig-Holstein ist bereits rechtskräftig verurteilt - zu drei Jahren und drei Monaten Haft. Er hatte ein Geständnis abgelegt und dem Opfer so eine Zeugenaussage vor Gericht erspart.

Hauptangeklagter ist ein 27-jähriger IT-Techniker aus Münster. Er soll seinen Ziehsohn an verschiedenen Orten, darunter in einer heute abgerissenen Gartenlaube in Münster, mehreren Männern zum Missbrauch angeboten haben. Außerdem machte er Aufnahmen von den Vergewaltigungen. Der Hauptprozess läuft derzeit am Landgericht Münster. Mit einem Urteil wird im Frühjahr gerechnet.

© dpa-infocom, dpa:210205-99-317796/2

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