NRW

Missbrauchsbeauftragter: Bald auch Regelung mit Protestanten

Kirche

Sonntag, 11. April 2021 - 09:22 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Vor einem Jahr hat sich der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, mit der katholischen Kirche auf Strukturen für die Aufarbeitung von Missbrauch geeinigt - das gleiche erwartet er nun auch für die protestantische Seite. „Ich bin optimistisch, dass wir eine „Gemeinsame Erklärung“ auch für die evangelische Kirche noch vor dem Sommer unterzeichnen können“, sagte Rörig der Deutschen Presse-Agentur.

Der Missbrauchsbeauftragte Johannes-Wilhelm Rörig. Foto: Fabrizio Bensch/Reuters/POOL/dpa/Archivbild

Darin werde vermutlich die Einrichtung von vier bis sechs regionalen Aufarbeitungskommissionen festgeschrieben werden. Ähnliches gelte für die katholischen Orden, die von der bisherigen Regelung noch nicht erfasst würden: „Da werden wir voraussichtlich noch im Mai eine „Gemeinsame Erklärung“ unterschreiben können“, kündigte Rörig an.

Rörig scheidet im Laufe dieses Jahres nach zehn Jahren vorzeitig aus, eigentlich wäre er noch bis 2024 im Amt gewesen. „Die Bundesregierung hat mein Amt in den letzten fünf Jahren wie das eines Abteilungsleiters bewertet, das ist aber zum 30. Juni beendet, dann werde ich wieder auf die Ebene eines Unterabteilungsleiters zurückgestuft. Ich finde das grotesk“, kritisierte Rörig.

Bei den Koalitionsverhandlungen für die nächste Bundesregierung müsse dringend über eine Aufwertung und genaue Definition des Amtes und seiner Zuständigkeiten gesprochen werden, verlangte er. „Mein Amt ist bis heute ohne gesetzliche Grundlage. Basis ist lediglich ein Kabinettsbeschluss mit ein paar Spiegelstrichen. So kann es auf keinen Fall bleiben.“

© dpa-infocom, dpa:210411-99-158335/2

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