NRW

Missglückte Integration in Essen? Land weist Kritik zurück

Landtag

Dienstag, 26. Januar 2021 - 13:02 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Essen/Düsseldorf. Die NRW-Landesregierung hat Grundsatzkritik an den Integrationsbemühungen im Essener Norden zurückgewiesen. Es liefen zahlreiche Arbeitsmarkt- und Förderprogramme, und die Kriminalität im Norden der Stadt habe sich seit 2015 sogar deutlich verringert, erklärte das Integrationsministerium auf eine Landtagsanfrage der AfD. Clankriminalität werde mit regelmäßigen Schwerpunktkontrollen entschlossen bekämpft. Kriminelle Subkulturen würden nicht geduldet.

Starker Verkehr herrscht auf der Autobahn A40 in Essen. Foto: picture alliance / Marcel Kusch/dpa/Symbolbild

Der Norden der Stadt - und des Ruhrgebietes - gilt als teils sozial schwierig mit deutlich höheren Hartz-4-Zahlen, geringeren Wechselquoten von den Grundschulen auf das Gymnasium und höherem Ausländeranteil als im Süden. Sozialwissenschaftler wie Volker Kersting von der Ruhr-Universität Bochum sprechen von einer Nord-Süd-Spaltung der Region zu Ungunsten des Nordens mit der Autobahn A40 als „Sozialäquator“.

Der FDP-Chef im Essener Norden, Thomas Spilker, der selbst im Stadtteil wohnt und ein Geschäft führt, hatte die Debatte Anfang Dezember 2020 mit einem Interview in der Funke-Mediengruppe angeheizt. „Wer die Probleme schnell gelöst sehen will, dem kann man nur empfehlen von hier wegzuziehen“, hatte er darin gesagt. Das Land habe im Kampf gegen Clankriminalität schon eine Menge getan, sagte Spilker nun der dpa. Wichtig für die Zukunft seien jetzt hochwertigerer Wohnraum, die Stärkung des Einzelhandels und weitere Bildungsförderung.

© dpa-infocom, dpa:210126-99-174115/2

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