NRW

Misshandelte Flüchtlinge: Heimleiter vor Bewährungsstrafe

Flüchtlinge

Donnerstag, 24. Januar 2019 - 14:13 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Siegen. Immer wieder sollen Flüchtlinge in dem Heim eingesperrt und gequält worden sein. Bei der juristischen Aufarbeitung wird nun ein Urteil gegen den damaligen Heimleiter erwartet. Er hat Fehler eingestanden.

Sicherheitskräfte laufen auf dem Gelände des Flüchtlingsheims, während Wäsche zum Trocknen über einem Zaun hängt. Foto: Ina Fassbender/Archiv

In einem weiteren Prozess um die Misshandlungen in einer Flüchtlingsunterkunft in Burbach wird heute ein Urteil erwartet. Für den angeklagten damaligen Heimleiter zeichnet sich in dem Verfahren am Landgericht Siegen eine Bewährungsstrafe ab. Im Gegenzug zu einem umfassenden Geständnis hatten ihm die Kammer und Staatsanwaltschaft zu Prozessbeginn eine Bewährungsstrafe von maximal eineinhalb Jahren und eine Geldbuße in Höhe von 1200 Euro in Aussicht gestellt.

Der Heimleiter hatte vor Gericht Fehler eingeräumt. So habe er angeordnet, Flüchtlinge bei wiederkehrenden Verstößen gegen die Hausordnung in ein sogenanntes Problemzimmer zu sperren. Er habe vor vielem die Augen verschlossen und sei nicht eingeschritten, als sich die Situation verselbstständigt habe, sagte er zum Auftakt des Prozesses gegen ihn.

In der von einem Unternehmen betriebenen Notaufnahmeeinrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen sollen zwischen Dezember 2013 und September 2014 immer wieder Asylbewerber eingesperrt, geschlagen und gequält worden sein. Die Staatsanwaltschaft spricht von systematischen Repressalien und Selbstjustiz. 38 Wachleute, Betreuer und weitere Verantwortliche wurden deshalb angeklagt. Allein in dem parallel laufenden Hauptverfahren sitzen 26 Männer und Frauen auf der Anklagebank.


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