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NRW

Mit Beethovens 6. an der Tagebaukante gegen den Klimawandel

Energie

Montag, 1. Juni 2020 - 15:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Erkelenz. Musiker auf der ganzen Welt sind aufgerufen, Beethovens 6. Symphonie als Symbol gegen Klimawandel und Umweltzerstörung zu spielen. An wenigen anderen Orten entfaltet sie wohl eine solche Symbolkraft wie am Tagebau Garzweiler.

Eine Statue des Komponisten Ludwig van Beethoven steht in Bonn. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Mit der Schönheit der Musik gegen Umweltzerstörung und Klimawandel: Zum Weltumwelttag der Vereinten Nationen am 5. Juni haben rund 60 Berufsmusiker am Tagebau Garzweiler ein ungewöhnliches Konzert geben. Sie spielten am Montag Beethovens 6. Symphonie, die sogenannte „Pastorale“. Die Musik gilt als Liebesbeweis des Komponisten für die Natur und als Aufruf, sie zu bewahren und schützen.

Die Musiker - unter anderem aus Konzerthäusern in Bonn, Köln, Düsseldorf, Krefeld und Aachen - beteiligten sich auf Privatinitiative eines Bonner Symphonikers an dem weltweiten Projekt gegen Klimawandel zum 250. Geburtstag des Komponisten, wie Norbert Winzen in Keyenberg sagte. Das Konzert fand auf einem von der Abbaggerung bedrohten Bauernhof der Familie statt. Die Musiker spielten aus dem Wohnhaus und dem Stall heraus, vom Heuboden herab und unter alten Bäumen. Das rund 160 Jahre alte denkmalgeschützte Anwesen soll mit dem ganzen Dorf Keyenberg für den fortschreitenden Braunkohletagebau Garzweiler verschwinden.

Der WDR-Symphoniker Sebastian Engelhardt sagte, das Konzert sei sein persönliches Statement für den Erhalt der Umwelt. „Wenn man das alles hier sieht, versteht man die Welt nicht mehr“, sagte der Cellist mit Blick auf die bedrohten Dörfer.

Um auch mit Abstand synchron spielen zu können, hörten die Musiker die Musik über Kopfhörer. Die Zuschauer hatten ein besonderes Konzerterlebnis, indem sie an den Musikern vorbei wandelten und sie die Instrumente mal lauter und wieder leiser hörten.

Rund um den Tagebau Garzweiler kämpfen Anwohner um den Erhalt ihrer fünf bedrohten Dörfern. Laut einer Studie für die Umweltschutzorganisation Greenpeace müssten keine weiteren Dörfer dem Tagebau weichen, wenn aus den Tagebauen Hambach und Garzweiler nur noch so viel Braunkohle verstromt würde, dass die deutschen Klimaschutzziele eingehalten werden.

Dagegen verweist RWE auf eine von dem Konzern in Auftrag gegebene Studie. Die zeige, dass bis zum Jahr 2038 aus den Tagebauen Hambach und Garzweiler bis zu 780 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert werden müssten. Dies ergebe sich aus den Vereinbarungen zum Kohleausstieg.

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