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NRW

Mordfall Claudia Ruf: 100 DNA-Spuren fehlen noch

Kriminalität

Donnerstag, 9. Juli 2020 - 13:42 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Grevenbroich/Bonn. Beim Massen-Gentest im Mordfall Claudia Ruf fehlen den Ermittlern noch die Speichelproben von rund 100 Männern. Diverse internationale Rechtshilfeersuchen seien noch nicht abgeschlossen, sagte ein Sprecher der Bonner Polizei auf Anfrage. Schwierig sei es, wenn sich die Spur eines Mannes im Ausland verliere.

Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Archivbild

Bei Verstorbenen sei es zudem kriminaltechnisch weitaus komplizierter, über Verwandte eine Täterschaft auszuschließen, wenn nur weibliche Verwandte für eine DNA-Probe zur Verfügung stehen. Dennoch sind die Ermittler zuversichtlich, den Massen-Gentest bis Ende des Jahres abschließen zu können.

Die damals elfjährige Claudia Ruf war 1996 in ihrem Heimatort Grevenbroich-Hemmerden südwestlich von Düsseldorf entführt, sexuell missbraucht und umgebracht worden. Ihre Leiche wurde 70 Kilometer entfernt auf einem Feldweg in Euskirchen gefunden.

Inzwischen habe man die Größe des Tests von 2400 auf 2200 Männer reduzieren können. Davon seien 1400 getestet und als Täter ausgeschlossen worden. Bei 700 stünden die Ergebnisse noch aus. Zehn Männer hätten die Abgabe einer freiwilligen Probe bislang verweigert. Drei davon seien mit richterlichem Beschluss getestet worden und könnten ebenfalls ausgeschlossen werden.

Auch der deutsche Verdächtige im Mordfall „Maddie“ McCann wird auf eine Täterschaft überprüft. „Nach dem aktuellen Ermittlungsstand kommt er nicht infrage“, hieß es am Donnerstag. „Die Ermittlungen dauern aber noch an.“

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