Münster: Ratsherr tritt aus SPD aus und wechselt zur CDU

dpa/lnw Münster. Politischer Paukenschlag in Münster: Acht Monate nach der Kommunalwahl wechselt Ratsherr Mathias Kersting die Partei. Am Montag erklärte der 34-Jährige seinen Austritt aus der SPD, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagte. Sein Ratsmandat will er in Zukunft für die CDU ausüben. Damit wäre im Rat der Stadt eine Ein-Stimmen-Mehrheit (34) für die Koalition aus Grünen, SPD und der neuen Partei Volt gekippt. Oberbürgermeister in Münster ist der CDU-Politiker Markus Lewe, dessen Partei im Rat bislang 22 von 66 Mandaten hält. Zuvor hatten mehrere Medien über den Parteiaustritt berichtet.

Kersting hatte bereits im Januar seinen Rücktritt als SPD-Fraktionschef im Rat erklärt. Seinen Unmut über die kommunale Politik der Koalition mit dem Plan einer autofreien Innenstadt machte Kersting jetzt in einem Brief an Lewe, CDU und SPD Luft. „Eine nachhaltige Verkehrswende kann nur mit Angeboten für alle gelingen, eine Verbotspolitik mit dem Feindbild Auto reicht nicht aus“, schreibt der Kommunalpolitiker, der sein Mandat nur behalten will, wenn die CDU ihn als Mitglied aufnimmt. „Viele Ziele, für die die SPD und ich bei der Kommunalwahl 2020 geworben haben, werden von der Volkspartei CDU heute konsequenter vertreten“, begründet Kersting seinen Schritt.

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