NRW

Museumsdirektorin erfreut über Einigung zu Benin-Bronzen

Museen

Mittwoch, 29. Juni 2022 - 13:43 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Köln. Die Direktorin des Kölner Rautenstrauch-Joest-Museums, Nanette Snoep, hat sich erfreut über die Einigung zur Rückgabe der Benin-Bronzen geäußert. „Hinter dieser Vereinbarung zwischen Deutschland und Nigeria verbergen sich jahrzehntelange Kämpfe von Menschen in Afrika und Europa für Restitution und Gerechtigkeit, deren Stimmen kaum oder nicht beachtet wurden“, teilte Snoep am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. „Ich hoffe sehr, dass auf diesen ersten Schritt tiefgreifende Veränderungen in den Museen erfolgen werden, die von der Politik begleitet und unterstützt werden.“

Nanette Snoep, Direktorin des Rautenstrauch-Joest-Museum, lacht. Foto: Marius Becker/dpa

Das Rautenstrauch-Joest-Museum besitzt 96 sogenannte Benin-Bronzen aus Nigeria, die 1897 von der britischen Armee aus dem Königspalast des Königreichs Benin geraubt und anschließend in Europa versteigert worden waren. Insgesamt sind etwa 1100 der Bronzen in rund 20 deutschen Museen zu finden. Am Dienstag war bekannt geworden, dass Deutschland und Nigeria sich über den Umgang mit den Bronzen verständigt haben. Für Freitag ist im Auswärtigen Amt die Unterzeichnung einer Absichtserklärung geplant, die den Weg für die Eigentumsübertragungen freimacht.

Für das Rautenstrauch-Joest-Museum müsse der Kölner Stadtrat die Eigentumsübertragung beschließen, erläuterte eine Museumssprecherin. Die ersten Bronzen könnten dann voraussichtlich Ende des Jahres zurückgegeben werden. Ob einige von ihnen als Leihgaben in Köln bleiben, habe die nigerianische Seite zu entscheiden.

„Wir sollten nie vergessen, wie tief solche Museen mit der Kolonialgeschichte verwoben sind und dass die dabei verursachten kolonialen Traumata immer noch in den nachfolgenden Generationen fortwirken“, sagte Snoep, die sich seit vielen Jahren für die Rückgabe der Bronzen einsetzt. Eine Dekolonisierung könne nur stattfinden, wenn sich auch die Strukturen der Museen änderten, indem die Nachfahren der Kolonisierten aktiv in Entscheidungsprozesse eingebunden würden.

© dpa-infocom, dpa:220629-99-846586/2

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