NRW

NRW-Asylbilanz 2018: Weniger Anträge, hohe Abschiebe-Quote

Migration

Mittwoch, 3. April 2019 - 14:02 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Die Zahl der Asylbewerber sinkt in Nordrhein-Westfalen weiter, während die Abschiebungsquote steigt. Das geht aus der Asyl-Jahresbilanz 2018 hervor, die Flüchtlingsminister Joachim Stamp (FDP) am Mittwoch dem Integrationsausschuss des Düsseldorfer Landtags vorgelegt hat.

Joachim Stamp (FDP), der nordrhein-westfälische Integrationsminister. Foto: Christophe Gateau/Archiv

Demnach waren NRW im vergangenen Jahr rund 30 200 Erstantragsteller über das bundesweite Verteilsystem zugewiesen worden. 2017 waren es fast 4500 mehr. 2018 zahlte das Land den Kommunen rund 629 Millionen Euro Flüchtlingspauschale - im Jahr zuvor war es etwa eine Milliarde. Seit Inkrafttreten einer landesweiten Wohnsitzregelung Ende November 2016 wurden den Kommunen in NRW fast 109 000 anerkannte Schutzberechtigte zugewiesen.

Der Anteil der Abschiebungen aus NRW steigt dem Bericht zufolge: 2018 waren davon 6603 Personen betroffen - 295 mehr als ein Jahr zuvor. Mit einem Anteil von fast 28 Prozent an allen bundesweiten Abschiebungen ist die Quote in NRW überdurchschnittlich hoch (2017: 26 Prozent). Die größte Gruppe stellen die nach Albanien Abgeschobenen, gefolgt von Serbien und Mazedonien.

Eigentlich wären in NRW rund 70 700 Personen ausreisepflichtig. Hauptherkunftsländer sind Serbien, Albanien, der Kosovo und der Irak. Allerdings werden mehr als 55 000 formal Ausreisepflichtige aus humanitären Gründen geduldet.


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