NRW

NRW lockt mit Lehrer-Zuschlag für zu besetzende Stellen

Schulen

Donnerstag, 21. November 2019 - 13:48 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Ein Lehrer-Zuschlag an unattraktiven Schulstandorten und für Mangelfächer, plakative Reklame, Reaktivierung von Pensionären - die Landesregierung zieht viele Register, um neue Lehrer zu gewinnen. Die Schulministerin geht jetzt mit neuen Maßnahmen an den Start.

Yvonne Gebauer (FDP), Schulministerin von Nordrhein-Westfalen, auf einer Pressekonferenz. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

Schulen, die erfolglos versucht haben, Lehrerstellen zu besetzen, können künftig mit einem finanziellen Zuschlag locken. Bei Neueinstellungen können ab 2020 für zweieinhalb Jahre monatliche Zuschläge von 350 Euro brutto gezahlt werden. Das ist Teil des dritten Maßnahmenpakets gegen Lehrermangel, das Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Donnerstag in Düsseldorf vorgestellt hat. Bis 2022 sollen dafür insgesamt 17 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.

Der finanzielle Anreiz ist an verschiedene Voraussetzungen geknüpft: Ohne Fächereinschränkungen gilt er für das Lehramt an Grund-, Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (Sekundarstufe I) sowie Berufskollegs und die sonderpädagogische Förderung. Hier fehlen laut Lehrerbedarfsprognose in den nächsten zehn Jahren rund 15 000 Lehrkräfte in NRW.

Für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (Sekundarstufe II) ist ein Zuschlag für die Fächer Mathematik, Informatik, Physik und Technik möglich. In anderen Fächern gibt es nach Angaben des Ministeriums für dieses gut dotierte Lehramt allerdings einen Bewerberüberhang von etwa 16 000 Fachkräften. Bei besonderen örtlichen Engpässen können in Einzelfällen aber auch andere Fächer für einen Zuschlag infrage kommen.

Darüber hinaus sieht das Maßnahmenpaket zahlreiche weitere Initiativen vor. Dazu zählen etwa attraktivere Einstiegsgehälter für Seiteneinsteiger mit geeigneten beruflichen Vorerfahrungen, die Weiterbeschäftigung von Pensionären ohne Abzüge von ihrem Ruhegehalt, der weitere Ausbau der Studienkapazitäten und die Fortsetzung von Lehrerwerbekampagnen mit Großflächen-Plakaten und im Internet.


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