NRW

NRW mahnt: Müssen bei Imam-Ausbildung vorankommen

Religion

Dienstag, 10. November 2020 - 11:21 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Bei der Imam-Ausbildung muss Deutschland nach Ansicht der NRW-Integrationstaatssekretärin dringend vorankommen. Es gebe derzeit nur eine Gruppe im Islam, die Deutsch spreche, die Bedürfnisse der jungen Muslime gut kenne und vor allem wisse, wie sie diese vor allem in sozialen Netzwerken erreiche - und das sei der radikale Salafismus, kritisierte die türkischstämmige CDU-Politikerin Serap Güler am Dienstag im Sender SWR. Dagegen hätten die großen Islamverbände und ihre Imame die jungen Muslime hierzulande nicht im Blick und seien auch nicht in der Lage, diese anzusprechen.

Ein Grund für diesen traurigen Missstand sei, dass die meisten Imame nicht in Deutschland sozialisiert seien und auch die deutsche Sprache nicht beherrschten, sagte Güler. Am Nachmittag wollte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die Deutsche Islam Konferenz per Video eröffnen, dort wird es zentral um die Imam-Ausbildung gehen. Unter allen Bundesländern leben die meisten der geschätzt rund fünf Millionen Muslime in NRW. In Köln sitzt der größte Islam-Dachverband, die türkische Ditib, die über rund 1100 Imame verfügt - alle aus Ankara entsandt.

Im April 2021 soll der erste verbandsunabhängige Lehrgang in deutscher Sprache für islamische Prediger beginnen. Hinter der zweijährigen Ausbildung in Osnabrück am Islamkolleg Deutschland, gefördert vom Bundesinnenministerium und dem niedersächsischen Wissenschaftsministerium, steht unter anderem der Zentralrat der Muslime, aber kein großer Islamverband.

Die Ditib als größte islamische Dachorganisation untersteht direkt der staatlichen Religionsbehörde Diyanet in Ankara, ihre Imame werden von der Türkei bezahlt. Nach heftiger Kritik an ihrer Abhängigkeit von der türkischen Regierung hatte der Ditib-Bundesverband zu Jahresbeginn eine Ausbildung „Imame made in Germany“ in einem eigenen Zentrum in der Eifel eingeleitet, mit zunächst 22 Teilnehmern und nur teilweise in deutscher Sprache. Wo sie eingesetzt werden sollen und ob auch diese von Ankara bezahlt werden, blieb aber unklar.

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