NRW

NRW stellt pensionierte Mordermittler für „cold cases“ ein

Kriminalität

Freitag, 30. Juli 2021 - 12:15 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Nordrhein-Westfalen erprobt neue Wege bei der Aufklärung von Tötungsdelikten, die lange Zeit nicht gelöst werden konnten - sogenannte cold cases. Das Land werde 28 pensionierte Alt-Ermittler einstellen, um solche Fälle neu aufzurollen, kündigte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Freitag in Düsseldorf an. Das zunächst auf ein Jahr ausgelegte Projekt sei einmalig im deutschsprachigen Raum, sagte der Direktor des Landeskriminalamts (LKA), Ingo Wünsch.

Der Nordrhein Westfälischen Innenminister Herbert Reul. Foto: David Young/dpa

„Wir suchen Leute mit einer immer noch guten Spürnase, die Lust haben, jeden Stein noch mal umzudrehen, um die Täter zu kriegen“, sagte Reul. Fünf seien schon in der Auswahl. Neben der Identifizierung neuer Ermittlungsansätze, die sich auch aus moderner Kriminaltechnik ergeben könnten, sollten die pensionierten Mordermittler helfen, alle 1160 seit 1970 ungelösten Tötungsdelikte in digitalisierter Form in die „Cold-Case-Datenbank“ des LKA einzuspeisen. Sie war 2017 aufgebaut worden und ist nach Angaben des Ministers in ihrer Systematik bundesweit einzigartig.

Bislang seien 261 Altfälle schon in die Datenbank aufgenommen worden, davon seien 23 inzwischen neu aufgerollt und zwei Täter wegen Mordes verurteilt worden. Die Ressourcen reichten aber nicht. „Bei der Geschwindigkeit werden wir nie fertig“, sagte Reul. Nun müsse diese wichtige Aufklärungsarbeit durch mehr Personal und eine „Cold-Case-Sonderkommission“ beschleunigt werden. „Die Angehörigen und die Öffentlichkeit haben ein Recht darauf, dass die Fälle aufgeklärt werden“, erklärte er die Initiative. „Die Täter sollen sich fürchten müssen.“

© dpa-infocom, dpa:210730-99-618754/3

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