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NRW verteidigt Krisenmanagement in Hochwasserkatastrophe

Regierung

Dienstag, 24. August 2021 - 18:02 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat sich gegen den Vorwurf verteidigt, die Gefahr der Hochwasserkatastrophe im Juli falsch eingeschätzt zu haben. In einem Bericht des Umweltministeriums für den Landtag wird auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) in die Verantwortung genommen. Die Angaben des DWD am 12. und 13. Juli seien „bei aller fachlichen Qualität der Vorhersage“ in einem relevanten Punkt „nicht präzise“ gewesen, heißt es in dem am Dienstag öffentlich gewordenen Bericht.

So habe der DWD den Zeitraum des Niederschlags vor dem 14. Juli mit „bis Donnerstag früh“ und „nächste 48-60 Stunden“ benannt. Dies sei so bewertet worden, dass der Regen über diesen Zeitraum verteilt fallen werde. Am 12. Juli habe die Meldung auch noch von einer „Aufsummierung“ gesprochen. „Damit war zwar ein Hochwasser wahrscheinlich, aber nicht das tatsächlich eingetretene Ereignis.“

Tatsächlich sei die „meteorologische Situation als stationäres Tief eine unbekannte Konstellation“ gewesen, die mindestens seit Jahrzehnten nicht aus den Messdaten bekannt gewesen sei. Außerdem seien die Regenmengen nicht binnen mehrerer Tage gefallen, sondern teils binnen 14 Stunden.

Wie in den Wochen zuvor sei vor allem von räumlich eingegrenztem Starkregen auszugehen gewesen, heißt es weiter. Dazu kam nach Angaben des Ministeriums, dass der DWD mit dem Satz „Das Auftreten und die örtliche Eingrenzung sind noch sehr unsicher“ zumindest noch am 12. Juli, aber auch 13. Juli „die als eher unwahrscheinlich hoch empfundenen Niederschlagsmengen relativierte, dass eine Berichtsintensität über das übliche Maß hinaus als unangemessen erschienen ließ“.

Die Grünen im Landtag fordern einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Hochwasserkatastrophe mit fast 50 Toten. Das Handeln der Behörden vor und während des Hochwassers müsse aufgearbeitet werden, teilte Fraktionschefin Verena Schäffer mit. Es seien immer noch viele Fragen zur Kommunikation und zum Informationsfluss innerhalb der Landesregierung sowie der Landesbehörden offen.

Bei der Flutkatastrophe Mitte Juli starben in Nordrhein-Westfalen nach bisherigem Stand 49 Menschen. Es entstanden nach ersten Schätzungen Schäden in Höhe von 13 Milliarden Euro.

© dpa-infocom, dpa:210824-99-953131/2

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