NRW

NRW will bundesweite Baumprämie und prüft Landes-Baumfonds

Umwelt

Montag, 11. November 2019 - 15:08 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Angesichts der dramatischen Sturm- und Dürreschäden im nordrhein-westfälischen Wald will sich Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) bundesweit für eine sogenannte Baumprämie einsetzen. Die Prämie solle aus den Einnahmen von Verschmutzungsrechten der Industrie finanziert werden, sagte die Ministerin am Montag bei einer Tagung in Düsseldorf. Die NRW-Wälder speicherten rund 700 Millionen Tonnen CO2 im Jahr. „Unsere Wälder sind Kathedralen des Klimaschutzes“, sagte Heinen-Esser. Erlöse aus der Versteigerung von CO2-Emissionsrechten müssten deshalb dort „spürbar ankommen“.

Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) spricht bei einer Pressekonferenz. Foto: Johannes Neudecker/dpa/Archivbild

Seit 2005 müssen Unternehmen und Stromproduzenten für ihren CO2-Ausstoß zahlen. 2018 hatte der Bund daraus fast 2,6 Milliarden Euro eingenommen. Seitdem haben sich die Preise für die Zertifikate noch deutlich verteuert. Waldbauern hatten vor kurzem eine „Baumprämie“ von 125 Euro pro Jahr und Hektar gefordert. Sie begrüßten den Vorstoß der NRW-Ministerin. Heinen-Esser sagte bei der Tagung unter dem Motto „Der Wald im Klimastress“ außerdem, das Land prüfe rechtlich die Einrichtung eines „NRW-Waldfonds“. Ein solcher Fonds könnte zugunsten des Waldes Kompensationsbeträge von Unternehmen oder Privatpersonen oder auch öffentliche Gelder aufnehmen.

Der Wald in Nordrhein-Westfalen ist laut Ministerium im schlechtesten Zustand seit Beginn der Untersuchungen 1984. Er leidet neben der Dürre stark unter Befall durch Borkenkäfer.


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