NRW

Nach Kaiser's Tengelmann Übernahme: Verdi kritisiert Edeka

Jahreswechsel

Freitag, 1. Dezember 2017 - 06:51 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Elf Monate nach der Übernahme der gut 400 Kaiser's Tengelmann-Filialen durch Edeka und Rewe hat die Gewerkschaft Verdi deutliche Kritik am Verhalten von Edeka im Umgang mit den neuen Mitarbeitern geübt. „Edeka tut sich sehr schwer mit der Umsetzung der Ministererlaubnis und der Akzeptanz der betrieblichen Mitbestimmung“, sagte das für den Handel zuständige Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger der Deutschen Presse-Agentur.

Werbetechniker montiert an einem Supermarkt das „Kaiser's“ Schild ab. Foto: Britta Pedersen/Archiv

Die Gewerkschafterin klagte über „Angriffe auf Arbeitnehmerrechte und Betriebsräte in Bayern“. In Nordrhein-Westfalen habe die Gewerkschaft alle Hände voll zu tun, die gültigen Tarifverträge zu sichern. „Solch eine Umgangsweise macht die auch von Edeka unterschriebene Sicherung der Arbeitsplätze unnötig schwer“, sagte sie.

Deutschlands größter Lebensmittelhändler widersprach allerdings entschieden. „Diese Vorwürfe weisen wir deutlich zurück. Wir sind in konstruktiven Gesprächen mit den Betriebsräten und halten uns an die vereinbarten Tarifverträge“, sagte Edeka-Sprecher Rolf Lange. Edeka stehe fest zu den Bedingungen der Ministererlaubnis.

Der damalige Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte 2016 in seiner Ministererlaubnis für die Übernahme von Kaiser's Tengelmann nicht nur eine fünfjährige Arbeitsplatzgarantie für die Beschäftigten, sondern auch die Absicherung der Betriebsratsstrukturen für den gleichen Zeitraum festgeschrieben.

Bei Rewe gebe es dagegen bislang laut Verdi keine größeren Probleme zwischen Unternehmen und Gewerkschaft.


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