Nach Supermarkt-Schlägerei: Prozess gegen Maskenverweigerer

dpa Bonn. Vergangenes Jahr machten Maskenverweigerer bundesweit Schlagzeilen, als sie in einem Supermarkt im Rheinland aggressiv auftraten und sich mit der Polizei anlegten. Jetzt stehen sie vor Gericht.

Nach Supermarkt-Schlägerei: Prozess gegen Maskenverweigerer

Der Eingang des Bonner Landgerichts. Foto: Oliver Berg/dpa/Archiv

Ein Jahr nach dem provokanten Auftritt von Maskenverweigerern in einem Supermarkt in Troisdorf beginnt heute der Prozess vor dem Bonner Landgericht. Die Anklage wirft zwei Männern und einer Frau gefährliche Körperverletzung sowie Angriff auf Polizeibeamte vor.

Die 35 und 38 Jahre alten Männer und die 30-jährige Frau sollen am Nachmittag des 9. Mai 2020 in den Supermarkt gegangen sein, um gegen die Maskenpflicht zu protestieren. Nach den Ermittlungen der Polizei provozierten sie die Mitarbeiter des Geschäfts bewusst und verhielten sich zunehmend aggressiv. Als die alarmierte Polizei vor Ort erschien, eskalierte die Situation: Der 38-Jährige und sein Kumpan sollen den Beamten mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Diese trugen erhebliche Verletzungen davon.

Die Aktion wurde laut Staatsanwaltschaft von den drei Angeklagten mit Handys und einer an der Brust befestigten Body-Cam gefilmt, das Video wurde später ins Internet gestellt. Der 35-Jährige, der der „Reichsbürger“-Szene zugeordnet wird, soll sechs Tage nach dem Vorfall erneut in dem Supermarkt erschienen sein und einen Mitarbeiter beleidigt haben. Für den Prozess vor der 1. Großen Strafkammer sind fünf Verhandlungstage vorgesehen.

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