NRW

Neue Metall-Tarifverhandlung: Weitere Warnstreiks geplant

Tarife

Freitag, 12. März 2021 - 12:52 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Düsseldorf. Nach fast zwei Wochen Warnstreiks wird in der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie am kommenden Montag wieder über einen neuen Tarifvertrag verhandelt. IG Metall und Arbeitgeber treffen sich dann zur fünften Verhandlungsrunde, wie beide Seiten am Freitag mitteilten. Die Gewerkschaft will die Warnstreiks auch in der kommenden Woche fortsetzen. Für Montag hat sie zu Aktionen in Mönchengladbach und Gummersbach aufgerufen.

Fahnen der IG Metall sind bei einer Autokundgebung zu sehen. Foto: Axel Heimken/dpa/Aktuell

Die IG Metall fordert für die rund 3,8 Millionen Beschäftigten der Branche, von denen etwa 700 000 in NRW arbeiten, vier Prozent mehr Lohn. Wo es in einem Betrieb schlecht läuft, soll das Geld für einen teilweisen Lohnausgleich bei einer auf vier Tage abgesenkten Arbeitszeit genutzt werden. Die Arbeitgeber haben bislang Lohnerhöhungen frühestens für das Jahr 2022 in Aussicht gestellt und wollen automatische Abweichungen vom Tarifniveau für schwächere Betriebe.

Die Arbeitgeber forderten die IG Metall auf, ohne „unnötige Verzögerungen“ zu einem Abschluss zu kommen. „Die IG Metall muss jetzt damit aufhören, auch noch den Unternehmen Schaden zuzufügen, deren Geschäfte einigermaßen laufen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen, Luitwin Mallmann am Freitag. Für viele Unternehmen werde der wirtschaftliche Aufholprozess noch weit in das Jahr 2022 hineinreichen. „Es wäre unverantwortlich, den teilweise um ihre Existenz kämpfenden Betrieben in diesem Jahr zusätzliche Kostenbelastungen zuzumuten“, betonte Mallmann.

Die Forderung der Gewerkschaft habe „die heterogene Lage in der Metall- und Elektroindustrie berücksichtigt“, betonte dagegen der NRW-Bezirksleiter der IG Metall, Knut Giesler. Mit dem zu Beginn der Corona-Pandemie abgeschlossenen Tarifvertrag habe die IG Metall gezeigt, dass sie verantwortungsvolle Tarifpolitik mache. „Verantwortung und Solidarität sind aber keine Einbahnstraßen“. Die Arbeitgeber müssten sich „in der nächsten Verhandlung bei den Themen Zukunftstarifverträge, Beschäftigungssicherung und gute Ausbildung endlich mal bewegen“.

© dpa-infocom, dpa:210312-99-794634/2

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