NRW

Noch kein Baurecht für NRW-„Schweinestall der Zukunft“

Agrar

Montag, 17. Mai 2021 - 07:16 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. NRW will mit zwei Muster-Schweineställen zeigen, dass eine tiergerechtere Haltung mit mehr Platz, Licht und frischer Luft machbar ist. Die Genehmigung solcher Projekte ist allerdings kein Kinderspiel - wie das Land selbst zu spüren bekommt.

Ferkel stehen dicht an dicht in einer Box in einer Schweinezuchtanlage. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Archivbild

Für das NRW-Musterprojekt eines „Schweinestalls der Zukunft“ gibt es gut eineinviertel Jahre nach der offiziellen Vorstellung noch keine Baugenehmigung. Das Bauamt des Kreises Soest habe für die Landesversuchsanstalt Haus Düsse in Bad Sassendorf, wo die neuen Ställe entstehen sollen, zusätzlich noch eine abgeschlossene Umweltverträglichkeitsprüfung verlangt, teilte das NRW-Umweltministerium auf Anfrage mit.

Der gesamte Bauantrag könne erst eingereicht werden, wenn diese Prüfung vorliege, hieß es weiter. Dadurch werde sich das Antragsverfahren voraussichtlich bis Juli 2021 verzögern. Die Landwirtschaftskammer rechnet aber trotzdem mit einer planmäßigen Fertigstellung bis zum Sommer 2022.

Nach dem Konzept sollen die Tiere in den Musterställen zwischen 50 und 100 Prozent mehr Platz und deutlich bessere Haltungsbedingungen mit „Luft, Licht und Sonne“ bekommen, wie NRW-Agrar-Staatssekretär Heinrich Bottermann Ende Januar 2020 bei der Vorstellung des Projekts gesagt hatte. Es gehe auch darum, die Akzeptanz der Gesellschaft für die Schweinehaltung zurück zu gewinnen, hatte der Staatssekretär betont.

Die Schweinehaltung ist seit Jahren wegen der Enge in den Ställen ohne Auslauf, der für die Tiere schmerzhaften Spaltenböden und der Emissionen und Geruchsbelästigung aus den Ställen in der Kritik. Ziel sei, dass in den nächsten zehn Jahren etwa 4500 der rund 7000 Schweinezuchtbetriebe in NRW ihre Ställe grundlegend modernisierten oder neu bauten, so die Ankündigung vor eineinviertel Jahren.

Tiergerechte Ställe mit freier Lüftung und Auslauf für die Schweine wiesen allerdings oft höhere Emissionen auf und seien deshalb meist schwerer zu genehmigen als geschlossene, zwangsbelüftete Ställe, heißt es in einer Mitteilung der Bundesanstalt für Landwirtschaft.

„Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, dass im Rahmen der nachhaltigen Nutztierhaltungsstrategie auch die behördlichen Abläufe etwa zur Erteilung der Baugenehmigungen bearbeitet werden“, erklärte eine NRW-Ministeriumssprecherin zu der verzögerten Baugenehmigung. „Ziel ist es, die Verfahren zu beschleunigen und zu vereinfachen.“

© dpa-infocom, dpa:210517-99-625487/2

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