NRW

Paderborn-Lippstadt in Nöten: Gütersloh plant Ausstieg

Luftverkehr

Dienstag, 11. August 2020 - 14:53 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Gütersloh/Paderborn. Der Kreis Gütersloh plant seinen Ausstieg als Gesellschafter beim schwer angeschlagenen Flughafen Paderborn-Lippstadt. Der Kreisausschuss habe sich einstimmig dafür ausgesprochen, keine weiteren finanziellen Verpflichtungen für den Flughafen einzugehen, teilte die Kreisverwaltung am Dienstag mit. Zudem solle die Verwaltung mit dem Hauptgesellschafter, dem Kreis Paderborn, über einen Ausstieg des Kreises Gütersloh aus der Flughafengesellschaft verhandeln. Der Kreis Gütersloh ist mit knapp 8 Prozent an dem Regionalflughafen beteiligt, der Kreis Paderborn ist mit fast 57 Prozent größter Gesellschafter.

Der Airport Paderborn-Lippstadt hat schon seit geraumer Zeit finanzielle Probleme. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Passagiere von gut einer Million auf unter 700 000 gesunken. Die Corona-Krise habe mit dem Wegbrechen nahezu aller Einnahmen die wirtschaftliche Situation so sehr verschärft, „dass der Airport nun innerhalb des nächsten halben Jahres in allen Bereichen neu aufgestellt werden muss“, hatte der Kreis Paderborn mitgeteilt.

Ein Sanierungskonzept sehe vor, die Abfertigungskapazitäten auf 300 000 Passagiere im Jahr zu reduzieren. Das erhöhe die Krisenbeständigkeit des Flughafens. „Alle Gesellschafter müssen jetzt zusammenstehen und diese Sanierungsphase durchstehen und finanzieren“, hatte der Paderborner Landrat Manfred Müller, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen GmbH ist, gefordert.

Dabei will der Nachbarkreis Gütersloh offensichtlich nicht mitmachen. Er ist den Angaben zufolge nicht bereit, über seinen zugesagten Beitrag von jährlich 200 000 Euro zur Verlustabdeckung hinaus zu gehen.

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