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Paralympics-Siegerin: Hoffe auf ein „ganz normales Leben“

Behindertensport

Donnerstag, 23. April 2020 - 16:33 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Leverkusen. Paralympics-Siegerin Franziska Liebhardt hat die dritte Organ-Transplantation in ihrem Leben offenbar gut überstanden. „Ich wäre dankbar für ein „ganz normales Leben“ ohne besonderen Schnickschnack“, sagte die 38-Jährige in einem vom Deutschen Behindertensportverband (DBS) veröffentlichten Interview: „Arbeiten zu können, Freizeitsport zu machen, frei zu sein. Befreit atmen zu können, wäre schon ausreichend.“

Die Leichtathletin Franziska Liebhardt posiert mit ihrer Medaille von den Paralympics 2016. Foto: picture alliance / Daniel Karmann/dpa

Die gebürtige Berlinerin wurde 2016 in Rio Paralympics-Siegerin im Kugelstoßen, obwohl sie 2009 bereits eine Lunge und 2012 eine neue Niere transplantiert bekam. Ihre sportliche Karriere beendete die für Leverkusen startende Liebhardt nach den Spielen. Der Gedanke an Rio sei aber „ein großer emotionaler Schatz, den ich hüte und genieße“. Und der sie durch die siebenmonatige Wartezeit auf das neue Organ getragen habe. „Wenn man selbst erlebt hat, dass man es wieder zurück in ein normales Leben schaffen kann, auch wenn andere einen längst abgeschrieben hatten, übersteht man Durststrecken einfach besser“, sagte sie.

Ein Spenderorgan sei „das größte Geschenk, welches einem ein anderer Mensch machen kann. Vor allem spürt man Verantwortung gegenüber der Spenderfamilie, die in einer Stunde größter Trauer bis zu fünf anderen Familien ein neues Leben schenkt“, sagte Liebhardt: „Zudem denkt man auch an die anderen Menschen auf den Wartelisten, die sterben, weil nicht rechtzeitig ein Organ zur Verfügung steht. Da fühlt man wirklich große Demut.“

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