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Plagiatsprüfer Heidingsfelder stellt Laschet Fragen zu Buch

Wahlen

Freitag, 30. Juli 2021 - 14:35 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Nürnberg. Der Plagiatsprüfer Martin Heidingsfelder sieht eine auffallende sprachliche Ähnlichkeit zwischen einem Buch von Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) und einem anderen Text. Heidingsfelder bestätigte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am Freitag, dass eine Gegenüberstellung von zwei Passagen, die in der Nacht zum Freitag auf Twitter verbreitet wurde, von ihm stamme.

Das Buch von Armin Laschet „Die Aufsteiger Republik-Zuwanderung eine Chance“ steht in einem Regal. Foto: Roberto Pfeil/dpa

Veröffentlicht wurde die Gegenüberstellung von Karsten Weitzenegger, der die von Heidingsfelder zum Vergleich herangezogene Textpassage nach eigenen Angaben verfasst hatte. Darin heißt es: „Brain Gain ist für Herkunftsländer vor allem dann möglich, wenn qualifizierte Arbeitskräfte nicht dauerhaft abwandern, sondern temporär in einem anderen Land Erfahrungen sammeln, die dann bei der Rückkehr eingesetzt werden können.“

Laschet wiederum schreibt in seinem Buch „Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance“ aus dem Jahr 2009: „Brain-Gain durch Migration ist auch für die Herkunftsländer möglich, dann nämlich, wenn qualifizierte Arbeitskräfte nicht dauerhaft abwandern, sondern in einem anderen Land Erfahrungen sammeln und danach in ihr Heimatland zurückkehren.“ Auch ein kurz danach folgender Satz liest sich in der Gegenüberstellung ähnlich.

Heidingsfelder ließ Laschet nach eigenen Angaben am Donnerstagnachmittag einen größeren Fragenkatalog zukommen. Ein Teil davon sei bis zum Freitagmorgen beantwortet worden. In seinen Fragen gehe es um sprachliche Ähnlichkeiten in dem Buch zu anderen Texten. Es gehe auch noch um andere Fragen, die er als Wähler und Steuerzahler habe, sagte Heidingsfelder.

„In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag habe ich einige Seiten von Herrn Laschets Buch geprüft, aber es noch nicht umfassend untersucht“, erklärte er. Warum er sich das Werk anschaute, wollte er nicht sagen. „Diskretion gehört zu meinem Beruf.“ Er selbst wolle das Buch nun nicht weiter untersuchen, nachdem Laschet ihm eine unverzügliche Prüfung zugesagt habe. „Zu dem Thema habe ich eigentlich nicht vor, noch etwas zu veröffentlichen.“ Laschet selbst hatte am Freitag Fehler eingeräumt, die er verantworte und für die er um Entschuldigung bitte. Außerdem kündigte er eine Prüfung des Buchs an.

© dpa-infocom, dpa:210730-99-622509/2

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