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Poco-Mutter Steinhoff tauscht weitere Aufseher aus

Möbel

Mittwoch, 28. Februar 2018 - 18:41 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Amsterdam. Die kriselnde Poco-Mutter Steinhoff tauscht angesichts ihres Bilanzskandals ihren Aufsichtsrat teilweise aus. Zudem rechnet Aufsichtsratschefin Heather Sonn mit weiteren Abschreibungen, weil der Konzern Gewinne zu hoch ausgewiesen und Vermögenswerte zu hoch beziffert habe, wie der im MDax notierte Möbelhandels-Konzern am Mittwoch in Amsterdam mitteilte. Derweil konnte Steinhoff weiterhin nur wenig Licht in die Wirrungen des Bilanzskandals bringen.

„Steinhoff Möbel“ steht an einem Gebäude. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/Archiv

„Wir sind so frustriert, wie auch Sie sein müssen, dass es noch nicht möglich ist, mehr Informationen zu liefern“, schrieb Sonn in einem Brief an die Aktionäre. Die meisten Unregelmäßigkeiten, die bisher erkennbar seien, gebe es in den europäischen Teilen des Konzerns. Welche Folgen die laufenden Untersuchungen für das Unternehmen haben, ist laut Sonn noch nicht abschätzbar. In Deutschland ist der Steinhoff-Konzern vor allem durch seine Beteiligung an der Billig-Möbelhauskette Poco bekannt.

Im Aufsichtsrat des Ikea-Rivalen gibt es nun gleich eine Reihe von Wechseln. Vier Mitglieder, darunter Unternehmensgründer Bruno Steinhoff, legten ihre Ämter am Mittwoch mit sofortiger Wirkung nieder. Stattdessen will der Konzern seinen Aktionären auf der Hauptversammlung am 20. April sechs neue unabhängige Aufseher vorschlagen. Die seit Dezember amtierende Aufsichtsratschefin Sonn - eine gelernte Investmentbankerin - und drei weitere Mitglieder wollen sich zur Wiederwahl stellen.

In seiner Zwischenbilanz für das erste Geschäftsquartal von Oktober bis Dezember wies Steinhoff einen Handelsumsatz von 4,86 Milliarden Euro aus, rund 5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Zu Gewinn oder Verlust äußerte sich das Management nicht.

Das Unternehmen steckt seit Anfang Dezember in einer schweren Krise, nachdem wegen Bilanzunregelmäßigkeiten ermittelt wird und Chef Markus Jooste gehen musste.


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