NRW

„Poetisches Kunstwerk“: Abgerissene Gebäude im Mini-Format

Kunst

Donnerstag, 22. April 2021 - 12:56 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Duisburg. Kunst, die Fragen aufwerfen soll: Das Ruhrgebiet bekommt eine weitere „Neustadt“. In Duisburg und im Spielzeugformat, bestehend aus mehr als 20 Gebäuden. Sie vereint eine Besonderheit: Sämtliche Vorbilder wurden in den vergangenen 20 Jahren abgerissen.

Der Kunstweg entlang der Emscher im nördlichen Ruhrgebiet wird um ein Kunstwerk reicher: Beim Landschaftspark Duisburg-Nord entsteht eine Miniaturstadt aus mehr als 20 Gebäude-Modellen etwa von Schulen, Hochhäusern und Kirchen. Das Besondere: Die Skulpturen stellen Gebäude aus dem Ruhrgebiet dar, die nach der Jahrtausendwende abgerissen wurden. „Neustadt“ haben die Berliner Künstler Julius von Bismarck und Marta Dyachenko das Werk genannt. Es kann ab 1. Mai besichtigt werden. Als kostenlos zugängliche Kunst im öffentlichen Raum soll es dauerhaft dort bleiben.

NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) nannte die Installation am Donnerstag bei einer Online-Präsentation ein „sehr poetisches Gesamtkunstwerk“ und sagte über die Gebäude: „Jetzt möchte man sie irgendwie beschützen, sie nach ihrer Geschichte fragen und nach den Gründen für ihr Verschwinden.“

Von Bismarck und Dyachenko haben die Bauwerke im Maßstab 1:25 angefertigt - im gleichen Format wie ein bekanntes Kinderspielzeug. Auf einer Fläche von fast 2000 Quadratmetern werden neben nicht mehr existenten Wohnhäusern auch eine Schwimmhalle oder ein Bunker gezeigt.

Die Installation soll die Besucher zum Nachdenken anregen, etwa über Fragen zur Entwicklung von Städten und zur Bewertung von Architektur. Gleichzeitig geht es den Künstlern um das Thema Nachhaltigkeit. Der Vorstandsvorsitzende des Wasserwirtschaftsverbandes Emschergenossenschaft, Uli Paetzel, nannte das Kunstwerk einen „gedanklichen Stolperstein“, der mit den Bürgerinnen und Bürgern interagiere.

© dpa-infocom, dpa:210422-99-308591/2

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