NRW

Politologe: Schnelle Klärung der Laschet-Nachfolge in NRW

Wahlen

Sonntag, 26. September 2021 - 20:25 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Die CDU in Nordrhein-Westfalen sollte bei der Nachfolge von Armin Laschet als Ministerpräsident und CDU-Landeschef aus Expertensicht Lehren aus dem Bundestagswahlkampf ziehen. Die Landespartei müsse jetzt möglichst schnell einen Nachfolge-Kandidaten und ein Programm präsentieren, sagte der Münsteraner Politik-Professor Norbert Kersting am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

Anders als beim Streit um den Parteivorsitz und die Kanzlerkandidatur im Bund sollte die CDU in NRW die „Erbfolge“ nun intern und im Konsens regeln, empfahl der Politikwissenschaftler. Dies bedeute auch, dass nun zügig einer der gehandelten „Kronprinzen“ Laschets offen seien Hut in den Ring werfen und andere infrage kommende Personen ihre Ambitionen zurückstellen sollten. Eine Kampfkandidatur auf dem Landesparteitag am 23. Oktober wäre nicht empfehlenswert, sagte Kersting.

Die besten Chancen auf die Laschet-Nachfolge werden NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und Landesbauministerin Ina Scharrenbach eingeräumt. Scharrenbach könnte aber erst zur Landtagswahl im Mai 2022 als Spitzenkandidatin antreten und nicht sofort als Ministerpräsidentin gewählt werden, da sie kein Landtagsmandat besitzt. Laschet hatte im Vorfeld bereits gesagt, dass er seine Ämter in NRW auch dann nicht weiterführt, wenn er im Bund scheitern sollte. „Eine Rückkehr Laschets nach NRW wäre nicht vorstellbar“, sagte Kersting.

Für die Partei wäre es empfehlenswerter, jetzt einen Kandidaten aufzubauen, der auch im Mai als Spitzenkandidat antritt, um den Ministerpräsidenten-Bonus nicht zu verspielen, sagte Kersting. Ob die NRW-SPD von der ungeklärten Personallage der NRW-CDU profitieren könne, sei offen. Einerseits könnte die SPD in NRW nun Rückenwind aus Berlin bekommen, sagte der Politikwissenschaftler. Nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren könne es aber auch sein, dass sie in NRW in der Wählergunst fällt, wenn sie im Bund mitregieren sollte.

© dpa-infocom, dpa:210926-99-370770/2

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