Polizei-Zeuginnen widersprechen sich im Fall Amad A.

dpa/lnw Düsseldorf. Der Fall des unschuldig eingesperrten und zu Tode gekommenen Syrers Amad A. wird immer mysteriöser. Im Untersuchungsausschuss des Düsseldorfer Landtags haben sich bei der Polizei beschäftigte Zeuginnen widersprochen: Eine Regierungsbeschäftigte aus Siegen widersprach am Dienstag der Kollegin, die zwei Personaldateien zusammengeführt haben und damit die Verwechslung ausgelöst haben soll.

Diese sei weder von ihr, noch von ihrer Kollegin eingewiesen oder beauftragt worden, Personendateien zusammenzuführen. Auch deren Darstellung, sie habe ein Datenblatt und einen Zettel mit der Bitte bekommen, die Dateien zusammenzuführen, könne nicht stimmen. Dies sei so „nicht üblich“. Das Datenblatt, das der Zusammenführung der Personendateien gedient haben soll, konnte die Zeugin ebenfalls nicht als solches identifizieren.

Der hellhäutige Syrer Amad A. war den bisherigen Ermittlungen zufolge am 6. Juli 2018 wegen eines Haftbefehls eingesperrt worden, der für den dunkelhäutigen Amedy G. aus Mali galt. Der Syrer hatte wochenlang in Kleve unschuldig im Gefängnis gesessen und schließlich in seiner Zelle selbst Feuer gelegt. Dabei erlitt der 26-Jährige so schwere Verbrennungen, dass er im September 2018 in einer Klinik starb.