NRW

Polizei in NRW hielt Attentäter Amri für „unberechenbar“

Bundestag

Donnerstag, 14. November 2019 - 17:28 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Polizeibeamte aus Nordrhein-Westfalen haben in den Monaten vor dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin Zweifel gehabt, ob der spätere Attentäter Anis Amri ausreichend überwacht wird. Eine Beamtin des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamtes sagte am Donnerstag als Zeugin im Untersuchungsausschuss des Bundestages zu dem Terroranschlag, „dass ich ihn durchaus als gefährlich eingeschätzt habe und als unberechenbar“. Sie sei angesichts seiner radikalen Äußerungen und seines raschen Eintauchens in die deutsche Salafisten-Szene der Überzeugung gewesen, „man muss da ein Auge drauf haben“. Als sie später erfahren habe, dass Amri in Berlin nicht mehr so engmaschig beobachtet wurde, sei bei ihr ein „ungutes Gefühl“ entstanden.

Die vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichten Fahndungsfotos des Attentäters Anis Amri. Foto: -/Bundeskriminalamt/dpa

Der tunesische Islamist hat am 19. Dezember 2016 in Berlin einen polnischen Lastwagenfahrer erschossen. Er raste mit dem Lastwagen über den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz und tötete dabei elf Menschen. Die Berliner Polizei hatte den abgelehnten Asylbewerber zu diesem Zeitpunkt nicht mehr engmaschig überwacht, weil er ihrer Einschätzung nach kein hochgefährlicher Terrorist war, sondern ein Kleinkrimineller, der mit Drogen handelt. Amri floh nach dem Attentat nach Italien, wo er von der Polizei erschossen wurde.

Amri hatte nach seiner Einreise 2015 zunächst in Nordrhein-Westfalen gelebt. In Hildesheim knüpfte er Kontakte zu dem Kreis um den Hassprediger Abu Walaa, der nach Einschätzung der Behörden damals als Statthalter der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Deutschland agierte und junge Salafisten ermunterte, in das IS-Gebiet auszureisen. Im März 2016 verlegte Amri seinen Lebensmittelpunkt nach Berlin.

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