Polizei soll Holocaust-Leugnerin Haverbeck verhaften

dpa/lni Verden. Die Polizei soll die wegen Volksverhetzung verurteilte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck verhaften. Am vergangenen Mittwoch sollte sie die Haft im Gefängnis in Bielefeld-Senne antreten, erschien aber nicht. Nun sei ein Vollstreckungshaftbefehl erlassen und die Polizei mit der Umsetzung beauftragt worden, sagte ein Sprecher der Verdener Staatsanwaltschaft am Montag. Das Landgericht Verden hatte die 89-Jährige wegen Volksverhetzung in acht Fällen zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt.

Polizei soll Holocaust-Leugnerin Haverbeck verhaften

Das Landgericht Verden ist zu sehen. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/Archiv

Auf ihrer Homepage erklärte Haverbeck, dass sie sich zurzeit in ärztlicher Behandlung befinde. Ein medizinisches Gutachten zu ihrer Haftfähigkeit sei noch nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft dementierte diese Darstellung. Es liege seit dem 20. April ein amtsärztliches Gutachten vor, das die Haftfähigkeit der Frau bestätige, hieß es in einer Mitteilung der Anklagebehörde.

Haverbeck kandidiert für die Neonazi-Partei „Die Rechte“ zur Europawahl 2019. Sie wurde bereits mehrmals wegen Volksverhetzung verurteilt. Sie behauptete wiederholt, dass das Konzentrationslager Auschwitz kein Vernichtungslager, sondern ein Arbeitslager gewesen sei.