NRW

Polizeigewerkschaft hinterfragt Abriss ohne Spurensicherung

Kriminalität

Dienstag, 16. April 2019 - 15:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf/Lügde. Die mehrfachen Funde von Datenträgern bei den Abrissarbeiten am mutmaßlichen Tatort des Kindesmissbrauchs von Lügde werfen Fragen auf. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) NRW, Michael Mertens, will wissen, warum der Abriss der Parzelle des Hauptverdächtigen nicht von der Polizei begleitet worden sei. „Die Frage muss man klären“, sagte Mertens am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die normalen polizeilichen Mittel zur Durchsuchung seien aber ausgeschöpft gewesen - insbesondere nach dem Einsatz eines Datenträger-Spürhundes, sagte der Gewerkschafter mit Blick auf die Freigabe des mutmaßlichen Tatorts durch die Ermittler. „Alles Andere wäre überzogen gewesen.“ Es habe keine weiteren gesicherten Erkenntnisse gegeben, dass noch Beweismaterial „tief versteckt“ gewesen sein könnte. Insofern könne er die Entscheidungen der Behörden vor Ort nachvollziehen, sagte Mertens.

Kinderspielzeug liegt vor der zum Teil abgerissenen Parzelle des mutmaßlichen Täters auf dem Campingplatz. Foto: Guido Kirchner/Archiv

Erst vor wenigen Tagen waren bei den Abrissarbeiten zwei CDs und zwei Disketten aufgetaucht, die von den Ermittlern zuvor nicht entdeckt worden waren. Die Polizei geht davon aus, dass sie sich in einem Hohlraum unter dem Holzboden des Wohnwagens befunden hatten, der erst beim Abriss freigelegt wurde. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft bestand aber „keine Veranlassung, Beamte tagelang für eine Beobachtung der Abrissarbeiten abzustellen oder selbst auf Kosten der Steuerzahler einen Abriss vorzunehmen“. Die Polizei habe mit dem Abrissunternehmer „in engem Kontakt“ gestanden. „Es waren dazu zeitweise auch Ermittler auf dem Campingplatz vor Ort.“


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