NRW

Polizeigewerkschafter gegen „Discount-Bußgelder“ für Raser

Verkehr

Donnerstag, 18. April 2019 - 05:41 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Düsseldorf. Die Bußgelder für Raser sind aus Sicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen noch viel zu niedrig. In Bezug auf Bußgelder sei Deutschland „der Discounter Europas“, sagte der GdP-Landesvorsitzende Michael Mertens der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Auf Autobahnen in Nachbarländern, in denen Rasen teurer sei, werde disziplinierter gefahren.

Ein Verkehrspolizist kontrolliert mit einer Laserpistole die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge. Foto: Monika Skolimowska/Archiv

Die Raser-Szene am sogenannten Car-Freitag sei ohne Kontrolldruck nicht einzudämmen, sagte Mertens. Vielerorts scheitere das aber an den Personalressourcen. In Köln habe die Polizei aus dramatischen Fällen - wie dem Tod einer jungen Radfahrerin bei einem illegalen Autorennen 2015 - mit ihrer „Ermittlungsgruppe Rennen“ die richtigen Konsequenzen gezogen.

Die GdP NRW ist gemeinsam mit der Verkehrsunfall-Opferhilfe und verschiedenen Umweltverbänden Mitglied in einem Aktionsbündnis für die kurzfristige Einführung eines generellen Tempolimits auf deutschen Autobahnen. Rund 300 Menschen kämen hier jedes Jahr bei Unfällen auf Abschnitten ohne Geschwindigkeitsbegrenzung zu Tode, unterstrich Mertens. Die Polizei in NRW hatte bereits angekündigt, am Karfreitag auf Verkehrsrowdys sowohl in den Innenstädten als auch auf Autobahnen besonders zu achten.

Nach Angaben des Innenministeriums hat sich die Zahl illegaler Straßenrennen in NRW seit 2015 auf 474 im vergangenen Jahr verdoppelt. Die polizeiliche Verkehrsstatistik wies für 2018 in NRW einen Anstieg der Zahlen bei Unfällen, Verkehrstoten und Schwerverletzten aus.


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