NRW

Prozess gegen Anwalt von erfundenem NSU-Opfer beginnt

Prozesse

Freitag, 7. August 2020 - 01:42 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Aachen. Ein Anwalt soll im NSU-Prozess ein Opfer vertreten haben, das es gar nicht gab. Dafür soll er mehr als 200 000 Euro kassiert haben. Ab Freitag steht er vor Gericht.

Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Der Rechtsanwalt einer erfundenen Nebenklägerin im Münchner NSU-Prozess steht vom heutigen Freitag an in Aachen vor Gericht. Er ist unter anderem wegen Betrugs angeklagt. Der Anwalt soll beim NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München ein Opfer des Nagelbombenanschlags vom Juni 2004 in der Kölner Keupstraße vertreten haben, das es in Wirklichkeit gar nicht gab. Dafür soll er von 2013 bis 2015 zu Unrecht Zahlungen von insgesamt mehr als 200 000 Euro erhalten haben, wie das Landgericht Aachen mitteilte.

Der Angeklagte aus Eschweiler bestreitet die Vorwürfe. Er habe nicht gewusst, dass das Opfer gar nicht existierte. Ein echter, mittlerweile verstorbener Nebenkläger im NSU-Prozess soll dem 52 Jahre alten Anwalt gefälschte Unterlagen des angeblichen Opfers gegen eine Provision angeboten haben. Für den Prozess sind elf Verhandlungstage bis Ende November angesetzt.

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