NRW

Prozess gegen Ex-Bordellbetreiber: 836.000 Euro Schaden

Prozesse

Mittwoch, 29. Januar 2020 - 16:39 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Bonn. Wegen Steuerhinterziehung mit einem Schaden von mehr als 800.000 Euro stehen seit Mittwoch die ehemaligen Betreiber eines Bordells im Rhein-Sieg-Kreis vor dem Bonner Landgericht. Die Anklage wirft der 55 Jahre alten Geschäftsführerin des Nachtclubs in Hennef vor, von 2008 bis 2015 insgesamt 836.000 Euro dem Finanzamt vorenthalten zu haben. Auch ihr Ex-Lebenspartner, ebenfalls 55, sei an dem Steuerbetrug bis zur Trennung des Paares im Jahr 2012 beteiligt gewesen.

Der Eingang des Landgerichtes Bonn. Foto: Daniel Naupold/dpa/Archivbild

Weder sei dem Finanzamt die korrekte Zahl der arbeitenden Frauen angegeben, noch seien sämtliche Einnahmen deklariert worden, so der Vorwurf. Die Prostituierten hätten nicht auf eigene Rechnung gearbeitet, sondern seien vom Bordell angestellt gewesen.

Am ersten Prozesstag legten beide Angeklagte ein umfassendes Geständnis ab. Die Kammer hatte ihnen zuvor eine Bewährungsstrafe in Aussicht gestellt, falls sie den Fall aufklären. Nicht zuletzt, weil die Finanzbehörden viel zu lange untätig gewesen seien.

Das Etablissement wurde bereits 2016 geschlossen. Beide Angeklagte zogen sich anschließend aus dem Rotlichtmilieu zurück. Von dem einst luxuriösen Lebensstandard, so hieß es, sei nichts mehr übrig. Für den Prozess sind vier weitere Verhandlungstage angesetzt.


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