NRW

Prozess gegen ehemaligen SS-Wachmann startet in Münster

Kriminalität

Dienstag, 6. November 2018 - 02:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa/lnw Münster. Wegen hundertfacher Beihilfe zum Mord im Konzentrationslager Stutthof steht ab heute ein heute 94-jähriger Mann aus Borken vor dem Landgericht Münster. Der Angeklagte soll als SS-Wachmann in dem deutschen Konzentrationslager bei Danzig von Juni 1942 bis September 1944 Dienst getan haben. Laut Anklage soll der Borkener mitbekommen haben, wie in dem Konzentrationslager Häftlinge brutal ums Leben kamen.

Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: D.- W. Ebener/Archiv

Nach Überzeugung des Dortmunder Oberstaatsanwalts Andreas Brendel hat der Deutsche als Wachmann viele grausame Morde erst möglich gemacht. Seinen Dienst begonnen hatte er als 18-Jähriger. Der Ankläger ist mit einem Team beim Landeskriminalamt in Nordrhein-Westfalen zuständig für die Verfolgung von Nazi-Kriegsverbrechen.

Insgesamt starben bis Kriegsende mindestens 27 000 Häftlinge im Konzentrationslager Stutthof. Sie wurden in einer Gaskammer ermordet, mit Genickschüssen getötet oder vergiftet. Sie erfroren oder starben durch Mangelernährung, erschöpft durch die Zwangsarbeit oder miserable medizinische Versorgung.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.