NRW

Prozess gegen terrorverdächtigen Essener Schüler startet

Montag, 28. November 2022 - 16:52 Uhr

von dpa

© Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild

Da der angeklagte Schüler zur Tatzeit minderjährig war, ist mit einem Ausschluss der Öffentlichkeit zu rechnen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der damals 16-Jährige am 13. Mai dieses Jahres am Essener Don-Bosco-Gymnasium ein Blutbad anrichten wollte. Einen Tag vorher war er nach dem Hinweis eines Mitschülers im Elternhaus festgenommen worden.

Die Bundesanwaltschaft hatte die Ermittlungen wegen der „besonderen Bedeutung“ des Falls übernommen. Es hätten „Lehrer sowie eine größere Anzahl von Schülern getötet werden“ sollen. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 17-Jährigen die Vorbereitung eines Terroranschlags, Terrorismusfinanzierung und Verstöße gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz vor.

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In einem Beschluss des Bundesgerichtshofs vom August heißt es: „Die gefestigte rassistische Gesinnung des Beschuldigten, seine massive Gewaltbereitschaft und der von ihm über mehrere Jahre für die Tat betriebene Aufwand sprechen in hohem Maße für seine schädlichen Neigungen und die Schwere der Schuld.“

Polizisten hatten bei dem Deutschen unter anderem Armbrüste, Messer, Macheten, Luftdruckpistolen und Materialien für Rohrbomben gefunden - „alles, was für den Bau einer Sprengvorrichtung (...) wesentlich ist“. Die Einzelheiten des geplanten „Massakers“ habe der Jugendliche in einem Tagebuch und einem „Manifest“ ausgearbeitet.

Für Nachahmer habe er umfangreiche Handlungsanweisungen verfasst und Videobotschaften aufgezeichnet. Im Gefängnis habe er gegenüber Bediensteten „offen von seinem Anschlagsplan, seinen Mordfantasien, seinem Ausländerhass“ und seiner Bewunderung für frühere rechtsextremistische Attentäter gesprochen und „hiervon bisher keinen Abstand genommen“.


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