NRW

Prozess im Mordfall Claudia Otto: Angeklagter auf freiem Fuß

Donnerstag, 1. Dezember 2022 - 13:19 Uhr

von dpa

© Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Die 23-jährige Claudia Otto aus Lohmar war 1987 in ihrer über dem Gasthaus ihrer Eltern gelegenen Wohnung erdrosselt worden. Jahrzehntelang blieb der Fall ungeklärt. Als sich Ermittler den „Cold Case“ später noch einmal vornahmen, führten neue DNA-Analysemethoden auf die Spur des Angeklagten. Im April wurde er festgenommen und saß seitdem in Untersuchungshaft.

Der Deutsche war erst 2020 nach 32 Jahren aus dem Gefängnis entlassen worden. Das Landgericht Arnsberg hatte ihn zu lebenslanger Haft mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld verurteilt, weil er 1988 im Sauerland einen kleinen Jungen und dessen Großmutter getötet hatte.

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Im Fall Claudia Otto war der Mann 2017 schon einmal in Verdacht geraten, nachdem Ermittler seinen genetischen Fingerabdruck an der Leiche identifiziert hatten. Da aber noch eine weitere DNA-Spur eines Unbekannten gefunden worden war, konnte dem Beschuldigten die Tat nicht sicher nachgewiesen werden - der damalige Haftbefehl wurde aufgehoben. Erst eine erneute Routineprüfung ergab, dass die zweite Anhaftung von einem Mitarbeiter des Landeskriminalamtes stammte. Damit blieb nur noch eine tatrelevante Spur übrig, die dem 66-Jährigen zugeschrieben wurde.

Das Gericht hält es nach Angaben vom Donnerstag nun für möglich, dass verschiedene Spuren des Opfers und des Angeklagten bei den kriminaltechnischen Untersuchungen wie auch im rechtsmedizinischen Labor in München vermischt worden sein könnten. Ob es jemals zu einer erneuten Auflage des Prozesses kommen wird, ist fraglich.


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